Mit der Übernahme durch BioNTech endet die Börsenstory von CureVac. Die Aktie wird vom Handel ausgesetzt, das Delisting von der Nasdaq ist terminiert, und CureVac geht vollständig im BioNTech-Konzern auf. Was bedeutet das konkret für Aktionäre und für die mRNA-Landschaft in Europa?
Handel gestoppt, Delisting terminiert
Die Transaktion wurde am 6. Januar abgeschlossen. An diesem Tag vollzog BioNTech die Reorganisation nach dem Übernahmeangebot, die Aktie wurde vor Handelsbeginn an der Nasdaq ausgesetzt.
Wesentliche Schritte des Rückzugs:
- 6. Januar: Aussetzung des Handels an der Nasdaq und weiteren wichtigen Börsen
- 16. Januar: Wirksamwerden des offiziellen Nasdaq-Delistings
- 90 Tage nach Einreichung bei der SEC: Wirksamwerden der Deregistrierung in den USA
Im Zuge der Verschmelzung wurde CureVac N.V. durch CureVac Merger B.V. ersetzt; BioNTech hält nun 100 % des operativen Geschäfts.
Der letzte Kurs der CureVac-Aktie vor der Aussetzung lag bei 4,66 US‑Dollar. Seit der Übernahmeankündigung im Juni 2025 hatte sich der Kurs damit um rund 40 % erhöht.
Übernahmepreis und Struktur des Deals
BioNTech bewertet CureVac in der Transaktion mit rund 1,25 Milliarden US‑Dollar. Die Übernahme erfolgt vollständig in Aktien.
Konditionen für CureVac-Aktionäre:
- Tausch in BioNTech-American-Depositary-Shares
- Gegenwert von etwa 5,46 US‑Dollar je CureVac-Aktie
- Aufschlag von rund 55 % auf den volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurs von 3,53 US‑Dollar vor Angebotsankündigung
Die hohe Annahmequote sicherte die vollständige Integration:
- 86,75 % der ausstehenden Aktien wurden bis zum 18. Dezember 2025 angedient
- Die restlichen Anteile gingen Anfang Januar über eine Zwangsabfindung an BioNTech
- Großaktionäre wie dievini Hopp BioTech und die KfW mit zusammen 13,32 % stimmten der Transaktion zu
Strategische Bausteine für BioNTech
Mit der Übernahme sichert sich BioNTech mehrere zentrale Vermögenswerte von CureVac:
- Produktionsstandort in Tübingen
- Proprietäre „RNA Printer“-Module für automatisierte mRNA-Herstellung
- Onkologie-Pipeline von CureVac
- Mehr als zwei Jahrzehnte mRNA-Forschung inklusive zugehöriger Schutzrechte
Diese Bausteine erweitern sowohl die technologische Basis als auch das Portfolio von BioNTech, insbesondere im Bereich Onkologie und Produktionstechnologie.
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Führungswechsel und Integration
Das bisherige CureVac-Management ist geschlossen zurückgetreten. Die Unternehmensführung liegt nun vollständig bei BioNTech.
Der neue Vorstand der Gesellschaft umfasst:
- Prof. Ugur Sahin (CEO BioNTech)
- Sierk Poetting
- Ramón Zapata-Gomez
Operative Abläufe bleiben zunächst bestehen, während BioNTech eine strategische und wissenschaftliche Überprüfung der kombinierten Strukturen vorbereitet.
Neue juristische Risiken für das mRNA-Segment
Parallel zum Vollzug des Deals treten neue Rechtsrisiken zutage. Am 6. Januar hat Bayer in den USA Klage gegen BioNTech, Pfizer und Moderna eingereicht.
Kern des Vorwurfs:
- Verletzung von Monsanto-Patenten zur Stabilisierung von Boten-RNA (mRNA)
Für BioNTech bedeutet dies zusätzliche Komplexität:
- Sämtliche bestehenden rechtlichen Verpflichtungen von CureVac gehen auf BioNTech über
- Mögliche Prozess- und Vergleichskosten können den strategischen Wert der Transaktion beeinflussen
- Die BioNTech-Aktie reagierte mit erhöhter Kursschwankung
Von Pandemie-Hoffnung zum Übernahmeziel
CureVac blickt auf eine kurze, aber bewegte Börsenhistorie zurück. Zu Beginn der Corona-Pandemie galt das Unternehmen aus Tübingen als möglicher mRNA-Schlüsselspieler neben Moderna und BioNTech. Verzögerungen in klinischen Studien und Probleme bei der Produktion dämpften diese Erwartungen deutlich.
Trotz operativer Rückschläge blieb die technologische Plattform attraktiv. Die Übernahme durch BioNTech:
- sichert die mRNA-Assets gegenüber Wettbewerbern ab
- stärkt das Patentportfolio von BioNTech
- erweitert die Onkologie-Kapazitäten und Produktionsmöglichkeiten
Ein erster tieferer Einblick in die Integrationspläne folgt auf der anstehenden J.P. Morgan Healthcare Conference. Dort will BioNTech detailliert zur Nutzung der CureVac-Technologien und zum Umgang mit der Bayer-Klage Stellung nehmen – beides dürfte den künftigen Kurs der europäischen mRNA-Konsolidierung maßgeblich prägen.
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