D-Wave: 588 Millionen Dollar Liquidität für Expansion

D-Wave verfügt über 588 Mio. Dollar Kasse, kämpft aber mit einem Umsatzrückgang um 81 Prozent. Die Übernahme von Quantum Circuits soll neue Wege eröffnen.

Dr. Robert Sasse ·
D-Wave Quantum Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Liquidität auf 588 Millionen Dollar gestiegen
  • Umsatz bricht um 81 Prozent ein
  • Übernahme von Quantum Circuits abgeschlossen
  • Buchungen erreichen 33,4 Millionen Dollar

Viel Geld in der Kasse, wenig Umsatz im Quartal: D-Wave liefert ein Zahlenwerk mit zwei sehr unterschiedlichen Botschaften. Der Quantencomputing-Spezialist finanziert seine Plattformstrategie offensiv, muss aber zeigen, dass aus Aufträgen verlässlich Erlöse werden. Genau dort liegt der Kern der Story.

An der Börse bleibt das Bild gemischt. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 18,86 Euro, liegt seit Jahresbeginn rund 21 Prozent im Minus, steht auf Zwölfmonatssicht aber weiterhin deutlich im Plus. Das passt zu einem Wert, bei dem Zukunftserwartung und operative Realität weit auseinanderliegen.

Liquidität gibt Spielraum

Zum Quartalsende verfügte D-Wave über liquide Mittel und marktgängige Wertpapiere von 588,4 Millionen Dollar. Das entspricht einem Anstieg um 93 Prozent gegenüber 304,3 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Für ein Unternehmen in einer kapitalintensiven Frühphase ist das mehr als eine Bilanznotiz.

Der Finanzchef sieht damit den Plan bis zur Profitabilität finanziert. Bemerkenswert ist diese Aussage auch deshalb, weil D-Wave für Quantum Circuits bereits 250 Millionen Dollar in bar eingesetzt hat. Die Kasse ist also nicht nur hoch, sie bleibt auch nach einem großen strategischen Schritt belastbar.

Übernahme verändert die Roadmap

Mit Quantum Circuits baut D-Wave seine Position als Anbieter zweier Quantenplattformen aus. Der Kauf hatte ein Volumen von rund 550 Millionen Dollar; ein Teil wurde in bar bezahlt, der Rest in Aktien. Strategisch geht es um mehr als Größe.

D-Wave will neben seinem bestehenden Annealing-Ansatz auch fehlerkorrigierte Gate-Model-Systeme schneller zur Marktreife bringen. Die Dual-Rail-Qubit-Architektur von Quantum Circuits soll die Fehlerkorrektur vereinfachen und damit die Entwicklung beschleunigen. Bis Ende 2026 peilt das Unternehmen sein erstes kommerzielles Gate-Model-System an.

Das dürfte spannend werden. Denn im Quantencomputing reicht technologische Glaubwürdigkeit allein nicht aus. Der Markt will sehen, welche Anbieter tatsächlich Anwendungen in den produktiven Einsatz bringen.

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Aufträge wachsen, Umsatz fällt

Operativ zeigt das erste Quartal die typische Schieflage junger Deep-Tech-Unternehmen. Der Umsatz sank auf 2,9 Millionen Dollar, ein Rückgang um 81 Prozent. Im Vorjahr hatte ein großer Verkauf eines Annealing-Quantencomputers die Vergleichsbasis deutlich angehoben.

Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 18,4 Millionen Dollar. Die Buchungen fielen dagegen deutlich stärker aus. Sie erreichten 33,4 Millionen Dollar und zeigen, dass die Nachfrage nicht verschwunden ist.

Dazu gehört ein Enterprise-Vertrag über 10 Millionen Dollar mit einem Fortune-100-Unternehmen, der über zwei Jahre läuft. Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Entwicklung und Nutzung quantengestützter Anwendungen. Solche Vereinbarungen sind wichtig, weil sie die Brücke zwischen Forschung, Pilotprojekten und kommerzieller Nutzung schlagen.

Ein weiterer Auftrag kommt von der Florida Atlantic University, die ein System im Volumen von 20 Millionen Dollar kauft. Rund 54 Prozent der verbleibenden Leistungsverpflichtungen sollen innerhalb eines Jahres als Umsatz verbucht werden. Damit verschiebt sich der Blick auf die Umsetzung.

D-Wave erzielte im Quartal Erlöse mit mehr als 100 einzelnen Kunden. Unternehmen stellten über die Hälfte dieser Kunden und trugen mehr als 73 Prozent zum Quartalsumsatz bei. Der kommerzielle Anteil ist damit ein positives Signal, auch wenn die absolute Umsatzbasis noch klein bleibt.

Die nächsten Meilensteine liegen klar auf der Hand: mehr Umsatz aus dem Auftragsbestand, Fortschritte beim Gate-Model-System und belastbare kommerzielle Anwendungen. Gelingt diese Kombination, bekommt die hohe Liquidität eine stärkere operative Bedeutung. Bleibt der Umsatz dagegen sprunghaft, dürfte die Aktie trotz prall gefüllter Kasse anfällig bleiben.

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D-Wave Quantum Aktie

22,13 USD

+ 0,69 USD +3,22 %
KGV 0,00
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 7,94 Mrd. USD
ISIN: US26740W1099 WKN: A3DSV9

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