D-Wave liefert für 2025 ein zweigeteiltes Bild: Auf Jahressicht schoss der Umsatz nach oben, im vierten Quartal blieb das Unternehmen aber hinter den Erwartungen zurück. Gleichzeitig sorgen ungewöhnlich starke Bookings zu Beginn von 2026 für Rückenwind bei der kurzfristigen Story. Wie belastbar ist dieser Auftragsschub – und was steckt konkret dahinter?
2025: Rekordwachstum, aber Q4-Delle
Im Geschäftsjahr 2025 (per 31. Dezember) stieg der Umsatz auf 24,6 Mio. US-Dollar. Das sind 15,8 Mio. US-Dollar mehr als 2024 – ein Plus von 179%.
Auch die Profitabilität auf Bruttoebene legte zu: Der GAAP-Bruttogewinn wuchs um 265% gegenüber dem Vorjahr, die GAAP-Bruttomarge sprang auf 82,6% (nach 63% in 2024). Beim Blick auf die Kasse fällt zudem die hohe Liquidität auf: Zum Jahresende lagen 884,5 Mio. US-Dollar in Cash sowie marktfähigen Wertpapieren.
Im Schlussquartal zeigte sich jedoch eine Schwächephase. Der Umsatz fiel gegenüber dem starken dritten Quartal auf rund 2,8 Mio. US-Dollar. Der Nettoverlust lag im Q4 bei 42,3 Mio. US-Dollar bzw. 0,12 US-Dollar je Aktie. Für das Gesamtjahr wies D-Wave einen Nettoverlust von 355 Mio. US-Dollar aus, den das Unternehmen vor allem mit nicht zahlungswirksamen Neubewertungen von Warrants in Höhe von 250,5 Mio. US-Dollar erklärt.
Bei den Bookings (Auftragseingang) war 2025 insgesamt rückläufig: 18,7 Mio. US-Dollar bedeuten ein Minus von 22% gegenüber 2024. Auffällig ist aber die Dynamik im Jahresverlauf: Q4-Bookings von 13,4 Mio. US-Dollar lagen 471% über Q3.
2026: Auftragseingang startet ungewöhnlich stark
Der eigentliche Blickfang kommt aus dem neuen Jahr. Allein im Januar kamen laut D-Wave mehr als 30 Mio. US-Dollar an Bookings zusammen – damit übertraf der Monat die gesamten Bookings der Geschäftsjahre 2024 und 2025 zusammen.
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Bis zum 25. Februar lagen die Bookings im laufenden ersten Quartal (year-to-date) bereits bei über 32,8 Mio. US-Dollar. Genannt wurden dabei zwei konkrete Abschlüsse: ein Systemkauf der Florida Atlantic University über 20 Mio. US-Dollar sowie ein Enterprise-Lizenzvertrag über „Quantum Computing as a Service“ (QCaaS) mit einem Fortune-100-Unternehmen im Volumen von 10 Mio. US-Dollar über zwei Jahre.
Strategie: Zukauf, neues Government-Team, neue Partnerschaft
Anfang 2026 stellte D-Wave zudem strategisch die Weichen. Die Übernahme von Quantum Circuits wurde am 7. Januar angekündigt und am 20. Januar abgeschlossen. Der Kaufpreis lag bei 550 Mio. US-Dollar – davon 300 Mio. US-Dollar in D-Wave-Stammaktien und 250 Mio. US-Dollar in bar. D-Wave will damit die eigene „Dual-Platform“-Roadmap beschleunigen und 2026 ein erstes Gate-Model-System verfügbar machen.
Quantum Circuits bringt eine Technologie mit „dual-rail qubits“ und integrierter Erasure Detection ein, die laut Unternehmen 90% der auftretenden Fehler identifiziert; mit Erasure Detection werden Gate-Fidelities von über 99,9% genannt. Mit dem Zukauf kamen zudem rund 65 F&E-Spezialisten hinzu. D-Wave plant, das Gate-Model-Team am Standort New Haven 2026 um mindestens 50% auszubauen. Das Management bestätigte außerdem, dass ein 8-Qubit-Gate-Model-System bereits ausgewählten Kunden zur Verfügung steht. Für 2026 erwartet D-Wave erste Gate-Model-QCaaS-Umsätze, während Systemauslieferungen ab 2027 über eine Vertriebspipeline vorbereitet werden sollen.
Parallel zum Zahlenwerk kündigte D-Wave eine neue Geschäftseinheit für das US-Regierungsgeschäft an. Die Leitung übernimmt Jack Sears Jr., der laut Unternehmen mehr als 25 Jahre Erfahrung mit Wachstumsstrategien im Umfeld von Bundesbehörden, Defense und Aerospace mitbringt.
Zusätzlich trat D-Wave am 19. Februar als Gründungsmitglied dem Southeastern Quantum Collaborative (SQC) bei, gemeinsam unter anderem mit IBM sowie mehreren Hochschulen und Partnern. Ziel ist es, Forschung, Industrie und öffentliche Hand in der Region zusammenzubringen und auch den Aufbau von Fachkräften zu unterstützen; dabei verweist D-Wave auf ein D-Wave-Advantage2-System, das bei Davidson am Standort Huntsville betrieben wird.
Zum Ausblick sagt das Management, die Bookings 2026 dürften deutlich über 2025 liegen. Beim Umsatz aus Systemverkäufen rechnet D-Wave mit einer Erfassung nach dem „Percentage-of-Completion“-Modell und erwartet stärkeres Wachstum in der zweiten Jahreshälfte, wenn Installationen und Kalibrierungen abgeschlossen sind. Der nächste Ergebnisbericht ist für den 20. Mai angekündigt.
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