D-Wave Quantum hat die Übernahme von Quantum Circuits Inc. (QCI) im Volumen von 550 Millionen US-Dollar abgeschlossen und sich damit strategisch neu aufgestellt. Kurzfristig stand der Kurs jedoch unter Druck, nachdem ein Prospekt für den möglichen Weiterverkauf von über 10 Millionen Aktien eingereicht wurde. Heute vorbörslich stabilisiert sich die Aktie wieder leicht über 27 US-Dollar.
- QCI-Übernahme über 550 Mio. US-Dollar abgeschlossen
- D-Wave jetzt mit Annealing- und Gate-basierten Systemen
- Prospekt für möglichen Weiterverkauf von rund 10,4 Mio. Aktien belastet kurzfristig
- Insidertransaktionen weitgehend technisch/planmäßig begründet
- Analysten sehen trotz Rücksetzer weiteres Kurspotenzial
Übernahme und Marktreaktion
Mit dem Abschluss der QCI-Transaktion erweitert D-Wave sein technologisches Spektrum deutlich. Durch die Integration der fehlerkorrigierten, supraleitenden Gate-Model-Technologie von QCI verfügt das Unternehmen nun über eine „Dual-Track“-Plattform: Annealing-Systeme für Optimierungsprobleme und Gate-Model-Systeme für komplexe Gleichungen.
CEO Alan Baratz peilt den Start eines skalierbaren Gate-Model-Systems innerhalb von 2026 an. Diese Zeitplanung wird durch das vorhandene geistige Eigentum von QCI beschleunigt.
Gleichzeitig sorgte ein Prospektnachtrag bei der US-Börsenaufsicht SEC für zusätzlichen Verkaufsdruck. D-Wave registrierte rund 10,43 Millionen Aktien zur potenziellen Weiterveräußerung. Diese Papiere stammen aus dem Aktienanteil der Kaufpreiszahlung von rund 300 Millionen US-Dollar an ehemalige QCI-Eigner. Es handelt sich somit nicht um eine neue Kapitalerhöhung, sondern um bereits existierende Aktien, die in den freien Handel übergehen können. Solche zusätzlichen Verkaufsmöglichkeiten erzeugen oft einen kurzfristigen „Überhang“, weil der Markt das höhere Angebot einpreist.
Insidertransaktionen im Kontext
Parallel zur Übernahme sorgten Insider-Meldungen für Diskussionen. Eine genauere Betrachtung der gemeldeten Vorgänge zeigt jedoch überwiegend routinemäßige und vorab festgelegte Transaktionen.
- Am 14. Januar veräußerten CEO Alan Baratz und CFO John Markovich Aktien im Rahmen sogenannter „sell-to-cover“-Transaktionen. Diese automatischen Verkäufe dienen der Begleichung von Steuerverpflichtungen beim Vesting von Restricted Stock Units (RSUs) und sind nicht als aktiver Kurskommentar des Managements zu werten.
- Der Verkauf von 20.000 Aktien durch Executive Vice President Diane Nguyen am 13. Januar erfolgte im Rahmen eines Rule 10b5-1-Handelsplans. Dieser Plan wurde bereits im August 2025 aufgesetzt und sieht systematische Verkäufe vor, unabhängig von späteren kursrelevanten Nachrichten.
Damit deuten die aktuellen Meldungen eher auf standardisierte Vergütungs- und Diversifikationsprozesse hin als auf eine bewusste Absetzbewegung des Managements.
Strategische Einordnung und Bewertung
Mit der Positionierung als hybrider Quantum-Anbieter tritt D-Wave stärker in den Wettbewerb mit Gate-Model-Spezialisten wie Rigetti Computing oder IonQ. Im Unterschied zu einigen Wettbewerbern verfügt das Unternehmen jedoch bereits über laufende Umsätze aus dem Annealing-Geschäft. Die QCI-Übernahme wirkt damit sowohl als Verteidigungsmaßnahme gegenüber reinen Gate-Playern als auch als Wachstumsschritt, der die adressierbare Kundenbasis erweitert.
Trotz des Rückgangs in den Bereich um 27 US-Dollar bleiben führende Analystenhäuser positiv gestimmt. Nach Ankündigung und Vollzug des Deals haben unter anderem Cantor Fitzgerald und Jefferies ihre Kauf- bzw. Übergewichten-Einschätzungen bestätigt. Die veröffentlichten Kursziele liegen gebündelt im Bereich von 40 bis 45 US-Dollar. Ausgehend vom aktuellen Niveau entspricht das einem möglichen Aufschlag von mehr als 45 Prozent, der vor allem auf eine erfolgreiche Integration der QCI-Architektur und den Ausbau der kombinierten Plattform setzt.
Ausblick auf die nächsten Wochen
Kurzfristig dürfte die Kursentwicklung davon abhängen, ob die Unterstützung um 26,50 US-Dollar hält, während der Markt das potenziell zusätzliche Aktienangebot verarbeitet. Operativ richtet sich der Blick nun auf die „Qubits 2026“-Anwenderkonferenz Ende Januar. Dort will das kombinierte Unternehmen eine gemeinsame Produkt-Roadmap präsentieren und konkretisieren, wie die hybride Quantum-Plattform im Markt ausgerollt werden soll. Mit dem Abschluss der Übernahme und den überwiegend steuer- und planbasierten Insiderverkäufen rücken damit Umsetzungstempo und technische Meilensteine in den Vordergrund.
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