D-Wave: Investorentag 1. Juni soll Umsatzfragen klären
D-Wave verfehlt Umsatzerwartungen deutlich, überzeugt aber mit einem massiven Anstieg der Auftragseingänge. Analysten reagieren mit gemischten Kurszielen.
Kurz zusammengefasst
- Umsatz bricht um 80,9 Prozent ein
- Auftragseingänge steigen um fast 2000 Prozent
- Analysten senken Kursziele, bleiben optimistisch
- Liquiditätspolster von über 588 Millionen Dollar
D-Wave Quantum bekommt nach den Quartalszahlen mehr Gegenwind von Analysten, aber keinen Bruch in der Grundstimmung. Der Kernkonflikt ist klar: Die Erlöse enttäuschen, während die Auftragseingänge plötzlich deutlich mehr Substanz versprechen. Genau diese Mischung macht die Aktie derzeit schwer einzuordnen.
Analysten senken Ziele, bleiben aber konstruktiv
Mehrere Banken haben ihre Kursziele nach den Zahlen gekürzt. Die Voten bleiben überwiegend positiv, was zeigt: Der Markt zweifelt weniger an der Technologiegeschichte als an Tempo und Planbarkeit der Umsatzrealisierung.
- Mizuho: „Outperform“, Kursziel von 31 auf 29 Dollar gesenkt.
- Canaccord Genuity: „Buy“, Kursziel von 43 auf 41 Dollar reduziert.
- Evercore ISI: „Outperform“, Kursziel von 42 auf 37 Dollar gekappt.
Wedbush, Cantor Fitzgerald und Rosenblatt hielten an ihren Kaufvoten fest. Jefferies verwies zudem darauf, dass die Nachfrage nach D-Wave-Technologie klar erkennbar sei. Das ist die positive Lesart: Die Pipeline lebt. Die negative Lesart: Noch kommt davon zu wenig in der Gewinn- und Verlustrechnung an.
Umsatz schwach, Buchungen stark
Im ersten Quartal meldete D-Wave einen Verlust von 0,05 Dollar je Aktie. Damit fiel das Minus geringer aus als die erwarteten 0,08 Dollar. Auf der Ergebnisseite gab es also einen kleinen Pluspunkt.
Beim Umsatz sah es anders aus. Die Erlöse lagen bei 2,86 Millionen Dollar, während der Konsens 4,19 Millionen Dollar erwartet hatte. Im Jahresvergleich brach der Umsatz um 80,9 Prozent ein.
Damit erklären sich die Kurszielsenkungen. Analysten sehen zwar weiter Potenzial, müssen aber die kurzfristige Erlösbasis neu kalibrieren. Gerade bei jungen Quantencomputing-Werten ist die Spanne zwischen technologischer Fantasie und buchbaren Umsätzen groß.
Der Nettoverlust stieg auf 18,4 Millionen Dollar nach 5,4 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Belastet haben höhere Betriebskosten und eine niedrigere Bruttomarge, abgefedert durch einen Steuervorteil von 28,5 Millionen Dollar aus der Quantum-Circuits-Übernahme.
Die Liquiditätsseite wirkt deutlich robuster. D-Wave verfügte Ende März über liquide Mittel und marktgängige Wertpapiere von 588,4 Millionen Dollar. Für ein Unternehmen in einer kapitalintensiven Zukunftstechnologie ist das ein wichtiger Puffer.
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Pipeline rückt in den Mittelpunkt
Der stärkste Punkt des Berichts waren die Buchungen. Sie erreichten 33,4 Millionen Dollar, ein Plus von 1.994 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 149 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Darin enthalten sind ein Systemverkauf an die Florida Atlantic University über 20 Millionen Dollar und ein Unternehmenslizenzvertrag über 10 Millionen Dollar. Auch die Vertriebspipeline hat sich laut Management mehr als verdoppelt. Das durchschnittliche potenzielle Dealvolumen zog ebenfalls deutlich an.
Die Aktie schloss am Mittwoch bei 18,29 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen liegt sie noch 27,06 Prozent im Plus, seit Jahresanfang aber 23,82 Prozent im Minus. Das passt zum Bild: kurzfristige Erholung, langfristig weiter hohe Nervosität.
D-Wave stellt für das zweite Quartal nur einen moderaten Umsatzanstieg in Aussicht. Ein wesentlicher Teil der Jahreserlöse soll in der zweiten Jahreshälfte verbucht werden. Damit verschiebt sich der Nachweis stärker nach hinten.
Investorentermine setzen den Takt
Das Management startet heute mit der Needham Technology Conference in eine dichte Konferenzphase, die bis zum 10. Juni läuft. Dazwischen liegt der erste eigene Investorentag am 1. Juni an der New York Stock Exchange und online; am 18. Juni folgt eine europäische Nutzerkonferenz in London.
Inhaltlich dürfte vor allem die Produkt-Roadmap zählen. D-Wave peilt unter anderem ein Dual-Rail-Qubit-System an, das bis Ende 2032 auf 100 logische Qubits ausgelegt sein soll. Das Unternehmen sieht darin einen wichtigen Schritt in Richtung praktischer Quantenanwendungen.
Am 1. Juni muss D-Wave vor allem eine Brücke schlagen: von starken Buchungen und großer Technologieerzählung hin zu planbaren Umsätzen. Genau dort liegt nach den Quartalszahlen der wunde Punkt der Investmentstory.
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