D-Wave Quantum Aktie: 1.994 Prozent Buchungswachstum

Trotz eines Buchungsanstiegs um fast 2000 Prozent verliert die D-Wave-Aktie weiter an Wert. Analysten sehen Potenzial, Insiderverkäufe belasten.

Felix Baarz ·
D-Wave Quantum Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Buchungen steigen auf 33,4 Millionen Dollar
  • Aktie fällt trotz operativer Erfolge
  • Staatliche Förderung von 100 Millionen Dollar angestrebt
  • Insiderverkäufe drücken auf die Stimmung

Fast 2.000 Prozent Buchungswachstum — und die Aktie verliert trotzdem. Bei D-Wave Quantum klaffen operative Dynamik und Kursentwicklung derzeit weit auseinander.

Der Kurs notiert bei 20,20 Euro, rund 47 Prozent unter dem Oktober-Hoch von 38,48 Euro. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Minus von knapp zehn Prozent. Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast 16 Prozent verloren — obwohl sie gegenüber dem März-Tief bereits mehr als 80 Prozent zugelegt hat.

Buchungen erzählen eine andere Geschichte

Der Umsatz für Q1 2026 sah auf den ersten Blick verheerend aus. Mit 2,9 Millionen Dollar lag er 81 Prozent unter dem Vorjahreswert von 15 Millionen Dollar. Der Rückgang erklärt sich jedoch fast vollständig durch einen Sondereffekt: Im Vorjahresquartal hatte D-Wave erstmals ein Quantencomputer-System verkauft und dabei 12,6 Millionen Dollar auf einmal verbucht.

Die Buchungen erzählen eine andere Geschichte. Sie stiegen auf 33,4 Millionen Dollar — ein Plus von 1.994 Prozent gegenüber 1,6 Millionen Dollar im Vorjahr. Treiber waren ein 20-Millionen-Dollar-Systemkauf der Florida Atlantic University sowie ein zweijähriger QCaaS-Vertrag mit einem Fortune-100-Unternehmen im Wert von 10 Millionen Dollar. Die Systemumsätze fließen in den kommenden Quartalen in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung.

Das Management hatte ursprünglich mit einem Systemverkauf pro Jahr gerechnet. Nun erwartet es zwei bis drei Abschlüsse jährlich — mindestens zwei Systemlieferungen noch 2026.

Staatliche Rückendeckung und strategische Einzigartigkeit

D-Wave ist das einzige Unternehmen, das sowohl Annealing- als auch Gate-basierte Quantensysteme entwickelt. Diese Doppelstrategie erhält nun potenzielle staatliche Unterstützung: Das Unternehmen hat eine Absichtserklärung für 100 Millionen Dollar im Rahmen des US-amerikanischen CHIPS and Science Act unterzeichnet. Im Gegenzug würde D-Wave Aktien im gleichen Wert an das Handelsministerium ausgeben. Die Vereinbarung ist noch nicht final.

Rosenblatt-Analyst Kevin Garrigan bekräftigte zuletzt am 10. Juni sein Kaufvotum mit einem Kursziel von 43 Dollar. Er verwies auf D-Waves Fähigkeit, mit Annealing-Technologie bereits Umsätze zu erzielen, während das Gate-basierte Angebot weiter aufgebaut wird.

Liquidität als Puffer, Insider-Verkäufe als Belastung

Die Liquiditätslage ist komfortabel. Cash und marktfähige Wertpapiere beliefen sich zuletzt auf 588 Millionen Dollar — ein Plus von 93 Prozent gegenüber dem Vorjahr, trotz rund 251 Millionen Dollar an Akquisitionsausgaben. Anfang Februar hatte der Kassenbestand noch bei über 884 Millionen Dollar gelegen; seitdem baut D-Wave ihn schrittweise ab.

Belastend wirkt hingegen das Verhalten der Unternehmensführung. CEO und CFO haben in den vergangenen drei Monaten ausschließlich Aktien verkauft. Ein Teil dieser Transaktionen lief über vorab geplante Handelsprogramme, dennoch drücken sie auf die Stimmung.

Der EPS-Überraschungseffekt von 37,5 Prozent im letzten Quartal und das starke Buchungswachstum liefern fundamentale Argumente für eine Neubewertung. Ob der Kurs die Lücke zum 52-Wochen-Hoch schließen kann, hängt wesentlich davon ab, wie schnell die CHIPS-Act-Vereinbarung in einen finalen Vertrag mündet — und ob die angekündigten Systemlieferungen 2026 tatsächlich planmäßig erfolgen.

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D-Wave Quantum Aktie

23,37 USD

– 0,45 USD -1,89 %
KGV 0,00
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 8,82 Mrd. USD
ISIN: US26740W1099 WKN: A3DSV9

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