D-Wave Quantum Aktie: 100 Millionen vom US-Ministerium
D-Wave Quantum steht vor einem 100-Millionen-Dollar-Deal mit der US-Regierung, kämpft aber mit extremen Verlusten und einer überhöhten Bewertung.

Kurz zusammengefasst
- 100-Millionen-Deal mit US-Regierung winkt
- Aktienausgabe als Gegenleistung vereinbart
- Nettoverlust explodiert auf 355 Millionen Dollar
- Analysten sehen trotzdem Kurspotenzial
Fantasie und harte Zahlen klaffen bei D-Wave Quantum weit auseinander. Ein in Aussicht gestellter Geldregen der US-Regierung treibt die Erwartungen an. Der Quantencomputer-Spezialist lockt mit vollen Auftragsbüchern. Die extrem hohe Bewertung zwingt den Konzern nun aber zu schnellem Wachstum.
Regierungsgeld gegen Aktien
Der Konzern steht kurz vor einem massiven staatlichen Deal. D-Wave hat eine Absichtserklärung mit dem US-Handelsministerium unterzeichnet. Es geht um 100 Millionen US-Dollar aus dem sogenannten CHIPS and Science Act. Der Haken: Im Gegenzug muss das Unternehmen Aktien im exakt gleichen Wert an das Ministerium ausgeben.
Parallel dazu rückt die sportliche Bewertung in den Fokus. Die Aktie handelt aktuell beim 200-Fachen der geschätzten Jahresumsätze. Für das nächste Jahr liegt das Multiple immer noch beim Faktor 100. Das macht D-Wave zu einem der teuersten Papiere an der Wall Street.
Aufträge explodieren, Verluste auch
Analysten rechnen für das laufende Geschäftsjahr mit rund 42,5 Millionen Dollar Umsatz. Im kommenden Jahr soll der Erlös auf 86,1 Millionen Dollar steigen. Die Bullen stützen sich dabei auf eine beeindruckende Auftragsdynamik.
Im ersten Quartal 2026 sammelte das Unternehmen neue Aufträge für 33,4 Millionen Dollar ein. Das entspricht einer massiven Vervielfachung gegenüber dem Vorjahr. Ein Großteil stammt von der Florida Atlantic University. Diese kaufte ein System für 20 Millionen Dollar.
Ein Blick auf die Jahresbilanz dämpft jedoch die Euphorie. Für 2025 meldete D-Wave zwar deutlich gestiegene Umsätze von knapp 25 Millionen Dollar. Der Nettoverlust explodierte indes auf 355 Millionen Dollar. Das zeigt den hohen Preis des aktuellen Wachstums.
Hohe Schwankungen belasten den Kurs
An der Börse macht sich Skepsis breit. Die Aktie pendelt aktuell bei 19,75 Euro und verzeichnete zuletzt moderate Verluste. Damit rutschte der Kurs knapp unter die langfristige 200-Tage-Linie. Kein Wunder. Eine annualisierte Schwankungsbreite von fast 90 Prozent verdeutlicht die extreme Nervosität der Investoren.
Wall Street hält dagegen
Trotz der hohen Verluste halten viele Marktexperten an dem Papier fest. Die Investmentbank Mizuho hob ihr Kursziel kürzlich auf 35 Dollar an. Sie bestätigte dabei ihre klare Kaufempfehlung. Die Analysten loben vor allem die wachsende Auftragspipeline.
Der Konsens der Wall Street lautet weiterhin auf starkes Kaufen. D-Wave muss die dicken Auftragsbücher nun aber zwingend in wiederkehrende kommerzielle Einnahmen verwandeln. Nur massives Umsatzwachstum in den kommenden 18 Monaten kann das immense Premium der Aktie künftig rechtfertigen.
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