D-Wave Quantum Aktie: 100 Millionen von US-Handelsministerium
D-Wave Quantum erhält 100 Mio. Dollar Staatshilfe gegen Aktienanteile, während Umsatz einbricht und der Aktienkurs dennoch rasant steigt.

Kurz zusammengefasst
- 100 Mio. Dollar Förderung aus CHIPS Act
- Kongressabgeordnete zweifelt an Rechtmäßigkeit
- Umsatz bricht um 81 Prozent ein
- Aktie steigt binnen Woche um 44 Prozent
Hundert Millionen Dollar vom Staat — und trotzdem kein klares Bild. D-Wave Quantum hat eine Absichtserklärung mit dem US-Handelsministerium unterzeichnet, die dem Unternehmen frisches Kapital aus dem CHIPS and Science Act sichern soll. Der Haken: Die Regierung bekommt dafür Unternehmensanteile im gleichen Wert — und Teile des Kongresses zweifeln bereits an der Rechtmäßigkeit des Deals.
Staatsgeld gegen Aktien
Die 100 Millionen Dollar sind Teil eines milliardenschweren Regierungsprogramms zur Stärkung der heimischen Quantenbranche. Das Geld soll die Entwicklung von Annealing- und Gate-Modell-Quantensystemen an den Standorten Burnaby, New Haven und Boca Raton vorantreiben. Ziel ist es, technologische Engpässe zu überwinden und den USA einen Vorsprung im globalen Quantenwettbewerb zu sichern — einem Rennen, das China mit wachsender Intensität mitläuft.
Kongressabgeordnete Zoe Lofgren stellt die Transaktion allerdings infrage. Ihr Argument: Der CHIPS Act sei für Halbleiterforschung und -fertigung konzipiert worden, nicht für Quantencomputing. Ferner verwies sie auf mögliche Interessenkonflikte durch die Beteiligung eines früheren IBM-Managers an den Verhandlungen. Auch das IBM-gestützte Joint Venture „Anderon“ — eine geplante Foundry für Quantenprozessoren, die eine Milliarde Dollar an staatlichen Mitteln erhalten soll — steht unter Beobachtung.
Starke Buchungen, schwacher Umsatz
Parallel zur Fördernachricht veröffentlichte D-Wave seine Zahlen für das erste Quartal 2026. Der Umsatz brach um 81 Prozent auf 2,9 Millionen Dollar ein. Dem gegenüber stehen Rekord-Buchungen von 33,4 Millionen Dollar — getrieben von einem 20-Millionen-Dollar-Systemverkauf an die Florida Atlantic University und einem Servicevertrag im Wert von 10 Millionen Dollar mit einem Fortune-100-Konzern.
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Die Liquidität des Unternehmens ist mit einer Kassenposition von rund 588 Millionen Dollar zum Quartalsende komfortabel. Intern wurde zudem bekannt, dass Personalvorständin Sophie Ames am 20. Mai Aktien im Wert von rund 437.000 Dollar im Rahmen eines vorab geplanten Handelsplans verkaufte.
Kurs explodiert, Risiken bleiben
Der Markt reagierte euphorisch. Innerhalb einer Woche legte die D-Wave-Aktie mehr als 44 Prozent zu — ähnliche Bewegungen zeigten auch Wettbewerber wie Rigetti Computing, das ebenfalls eine Absichtserklärung über 100 Millionen Dollar Bundesförderung unterzeichnete. In Euro gerechnet schloss die Aktie zuletzt bei 25,82 Euro, rund 65 Prozent über dem Stand vor sieben Tagen. Vom 52-Wochen-Hoch bei 38,48 Euro trennen den Kurs noch knapp 33 Prozent.
Der RSI von über 70 signalisiert eine technisch überkaufte Lage — bei einer annualisierten Volatilität von fast 150 Prozent kein ungewöhnlicher Zustand für diesen Titel. Konkreter Prüfstein wird der erste Investorentag des Unternehmens am 1. Juni an der New Yorker Börse sein. Dort soll D-Wave Details zur Finalisierung der CHIPS-Act-Förderung, zur drohenden Verwässerung durch den Staatsanteil und zur Technologie-Roadmap bis 2032 liefern.
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