D-Wave Quantum Aktie: 10,06 Prozent Sprung vor Quartalsbericht
D-Wave verzeichnet Kursplus dank AT&T-Deal und Nasdaq-Wechsel. Am 6. August entscheiden die Q2-Zahlen über die Nachhaltigkeit der Erholung.

Kurz zusammengefasst
- AT&T erweitert Einsatz von D-Wave-Technologie
- Wechsel zur Nasdaq abgeschlossen
- Aktie bleibt deutlich unter Rekordhoch
- Quartalszahlen am 6. August entscheidend
D-Wave Quantum steckt zwischen zwei Welten. Auf der einen Seite die Euphorie über neue Großkunden, auf der anderen eine Bilanz, die von dieser Euphorie noch wenig zeigt. Am Donnerstag sprang die Aktie um 10,06 Prozent nach oben – der stärkste Tagesgewinn seit Monaten. Jetzt steht der Titel vor einer Woche, die zeigen wird, ob die Rally trägt oder nur ein technischer Ausschlag in einem langen Abwärtstrend war.
AT&T-Deal und Nasdaq-Aufnahme treiben den Kurs
Der Sprung kam nicht aus dem Nichts. Zwei Nachrichten trafen fast zeitgleich ein und sorgten für die stärkste Wochenperformance seit langem: plus 9,25 Prozent auf Sicht von sieben Tagen.
AT&T kündigte an, den Einsatz von D-Waves Annealing-Quantentechnologie auszuweiten. Anders als viele Pilotprojekte in der Quantenbranche zielt diese Erweiterung auf konkrete Aufgaben ab: Störungserkennung im Netz und die Einsatzplanung von Technikern. Für D-Wave ist das ein seltener Beleg, dass die Technologie tatsächlich im Produktivbetrieb ankommt – nicht nur im Labor.
Parallel dazu wurde der Wechsel von der NYSE zur Nasdaq amtlich. Seit dem 30. Juli gehört D-Wave offiziell zum Nasdaq Composite. Für ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 5,20 Milliarden Euro ist das mehr als Symbolik. Indexaufnahmen lösen oft automatisierte ETF-Käufe aus. Der Titel rückt zudem stärker ins Blickfeld institutioneller Investoren, die bislang wegen der hohen Schwankungsbreite einen Bogen um die Aktie machten.
Der Kursverlauf bleibt angeschlagen
Der Doppelschlag aus Kundennews und Indexaufnahme ändert wenig am größeren Bild. Die Aktie notiert bei 15,59 Euro – fast 60 Prozent unter ihrem Rekordhoch aus dem Oktober 2025.
Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut 31 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sogar von fast 25 Prozent.
Technisch bleibt der Trend negativ. D-Wave notiert rund 20 Prozent unter dem 50-Tage- und dem 200-Tage-Durchschnitt – erst ein nachhaltiger Ausbruch über diese Marken würde eine echte Trendwende signalisieren.
Der RSI von 44,5 zeigt zwar, dass die Aktie nicht überkauft ist. Die annualisierte Volatilität von 97,42 Prozent macht aber deutlich: Diese Gewinne stehen auf wackeligen Beinen. Der Markt preist derzeit eine Erholungsgeschichte ein – ob sie hält, ist offen.
Der Wahrheitstest am 6. August
Der eigentliche Prüfstein kommt an diesem Donnerstag: Am 6. August legt D-Wave die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Der Markt will vor allem eines sehen: ob aus Auftragseingängen endlich Umsatz wird.
Im ersten Quartal 2026 meldete D-Wave einen Rekord-Auftragseingang von 33,4 Millionen US-Dollar, darunter ein Großauftrag über 20 Millionen US-Dollar mit der Florida Atlantic University.
Wandeln sich diese Bestellungen in den Augustzahlen tatsächlich in Umsatz um, wirkt das durchschnittliche Kursziel der Analysten von 32,15 Euro plötzlich weniger nach Wunschdenken. Das Ziel entspricht einem Kurspotenzial von gut 106 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.
Bleibt der Umsatz dagegen im niedrigen Millionenbereich, während die Bewertung im Milliardenbereich verharrt, dürfte die Rally schnell an eine Decke stoßen. Die Wahrscheinlichkeit spricht derzeit für eine Phase intensiver Spekulation. Index-Effekt und AT&T-Bestätigung könnten in den kommenden Tagen reichen, um die Lücke zum 200-Tage-Durchschnitt zu schließen. Für echtes Vertrauen auf lange Sicht muss D-Wave aber am 6. August liefern – und zeigen, dass die Geschäftszahlen endlich mit den technologischen Versprechen mithalten.
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