D-Wave Quantum Aktie: 1120 Prozent mehr Aufträge in H1 2026
BMO Capital startet D-Wave mit Outperform und 35-Dollar-Kursziel. Trotz Kursrally belasten massive Insider-Verkäufe und hohe Bewertung die Aktie.

Kurz zusammengefasst
- BMO-Start mit Outperform-Rating
- Kursplus von 8,46 Prozent
- Auftragseingänge steigen um 1120 Prozent
- Insider verkaufen Aktien im Wert von 331 Millionen Dollar
D-Wave Quantum steht im Zentrum einer neuen Analystendebatte, die die Aktie am Freitag deutlich anschob. BMO Capital hat die Coverage für den Quantencomputer-Anbieter mit einem Outperform-Rating und einem Kursziel von 35 US-Dollar aufgenommen – das entspricht einem Aufwärtspotenzial von 89 Prozent gegenüber dem damaligen Referenzkurs.
Die Aktie reagierte prompt: Am Freitag legte das Papier an der Nasdaq um 8,46 Prozent auf 20,39 US-Dollar zu. Der Analystenkonsens liegt inzwischen bei Strong Buy mit einem durchschnittlichen Kursziel von 35,79 US-Dollar.
BMO begründet die Einstufung mit dem Wachstumstempo des Unternehmens. Die Analysten rechnen mit einem Umsatzsprung von 25 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 auf 71 Millionen US-Dollar im Jahr 2027. Untermauert wird diese Erwartung durch die operative Entwicklung: Im ersten Halbjahr 2026 verbuchte D-Wave Auftragseingänge von 35,5 Millionen US-Dollar, ein Plus von 1120 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Der tatsächliche Quartalsumsatz im zweiten Quartal fiel mit 3,1 Millionen US-Dollar allerdings vergleichsweise gering aus – ein Hinweis darauf, dass Bestellungen und realisierte Erlöse noch deutlich auseinanderklaffen.
Rally erfasst die gesamte Branche
Der Kurssprung von D-Wave war Teil einer branchenweiten Bewegung am Freitag. Auch Konkurrenten wie Rigetti Computing (+11,5 Prozent), Quantum Computing Inc. (+9,6 Prozent) und IonQ (+8 Prozent) profitierten von der positiven Signalwirkung der BMO-Studie.
Zacks-Research ordnet D-Wave in diesem Umfeld weiterhin als Rang-4-Titel ein, während Wettbewerber wie IonQ mit einem Umsatzplus von 287 Prozent im zweiten Quartal und einer Jahresprognose von 280 bis 290 Millionen US-Dollar deutlich dynamischer wachsen.
Trotz der Euphorie gibt es einen Wermutstropfen: Im vorbörslichen Handel gaben die Quantenaktien am Folgetag wieder zwei bis drei Prozent ab. Auch der aktuelle Kursverlauf zeigt, dass die Rally nicht ungebrochen anhielt – heute notiert D-Wave mit 16,50 Euro und einem Tagesminus von 5,7 Prozent deutlich unter dem Niveau vom Freitag.
Insider verkaufen in großem Stil
Parallel zur Analysten-Euphorie rückt ein weiterer Aspekt in den Fokus: Über die vergangenen drei Jahre haben Insider bei D-Wave Aktien im Wert von 331,3 Millionen US-Dollar verkauft, während Käufe lediglich 1.795 US-Dollar ausmachten.
Zusammen mit IonQ (457,2 Millionen US-Dollar Nettoverkäufe) und Rigetti (74 Millionen US-Dollar) summieren sich die Insider-Nettoverkäufe der drei Quantencomputer-Werte auf 863 Millionen US-Dollar.
Diese Diskrepanz zwischen bullischen Analysten-Kurszielen und dem Verhalten der Unternehmensinsider gibt Anlegern zu denken – zumal die Bewertung von D-Wave mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 542 die der Konkurrenz deutlich übertrifft, während IonQ auf 59 und Rigetti auf 398 kommt.
Personelle Weichenstellung im Board
Neben der Kapitalmarkt-Diskussion vermeldete D-Wave auch eine personelle Veränderung: Kevan Krysler zieht in den Vorstand des Unternehmens ein. Zudem sicherte sich das Unternehmen einen Zuschuss der National Science Foundation über 1,57 Millionen US-Dollar für das sogenannte ERASE-Projekt, das gemeinsam mit der Yale University an fehlertoleranten Quantencomputing-Technologien mit einem Dual-Rail-Gate-Modell arbeitet. Der Zuschuss ist Teil einer breiteren staatlichen Förderinitiative, zu der auch Mittel aus dem CHIPS and Science Act zählen.
Für Anleger bleibt die Gemengelage widersprüchlich: Eine der forschesten Analystenstimmen der Branche sieht in D-Wave einen der wenigen Anbieter mit bereits kommerzialisierten Umsätzen aus Quanten-Annealing-Systemen. Gleichzeitig trennen sich Unternehmensinsider seit Jahren kontinuierlich von ihren Aktienpaketen – ein Signal, das die optimistischen Kursziele relativiert.
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