D-Wave Quantum Aktie: 12 Analysten halten trotz 57-Prozent-Rutsch
Trotz deutlicher Kursverluste von über 25% im Monat sehen 12 von 13 Analysten D-Wave weiter als Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt 90% über dem aktuellen Niveau.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert über 25% in einem Monat
- 12 von 13 Analysten raten zum Kauf
- IDC stuft D-Wave als Marktführer ein
- Auftragsbestand und Buchungen wachsen stark
Die Aktie fällt, die Kursziele bleiben hoch. Bei D-Wave Quantum klafft derzeit eine ungewöhnlich breite Lücke zwischen Kursverlauf und Analystenmeinung. Während der Titel binnen eines Monats mehr als ein Viertel seines Wertes verloren hat, halten Wall-Street-Analysten weiterhin an deutlich höheren Kurszielen fest.
Am Montag schloss die Aktie des Quantencomputing-Pioniers bei 16,41 Euro. Damit liegt der Titel 57 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 38,48 Euro, das im Oktober 2025 markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von knapp 32 Prozent, allein in den vergangenen sieben Tagen ging es um mehr als 11 Prozent nach unten.
Starke Kaufempfehlungen trotz Kursschwäche
Von 13 Analysten, die sich in den vergangenen drei Monaten zu D-Wave geäußert haben, raten 12 zum Kauf. Nur einer empfiehlt „Halten“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 38,27 US-Dollar — das entspräche einem Kursanstieg von rund 90 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.
Die Investmentbank Roth lud D-Wave-CEO Alan Baratz jüngst zu ihrer 16. Roth London Conference ein. Das Interesse der Investoren an der Quantencomputing-Technologie sei stark, berichtete das Haus danach. Ein Analyst von Roth verwies zudem auf neue Hardware-Kunden und einen größeren QCaaS-Vertrag im Unternehmenssegment. Beides deute auf eine wachsende Auftragspipeline hin.
IDC zählt D-Wave zu den Marktführern
Ein Baustein des Optimismus: Am 7. Juli 2026 nahm das Marktforschungsinstitut IDC D-Wave in die Führungskategorie seines weltweiten Quantencomputing-Vendor-Assessments für 2026 auf. Nur ein weiteres Unternehmen erhielt diese Einstufung. IDC verwies dabei auf mehr als 200 Millionen gelöste Probleme auf D-Wave-Systemen sowie auf produktive Einsätze bei Ford Otosan, NTT DOCOMO und der Pattison Food Group.
Auch die Nutzungszahlen sprechen für das Unternehmen. Die Auslastung des Advantage2-Quantencomputers stieg im Jahresvergleich um 314 Prozent. Der Hybrid-Solver Stride legte in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 114 Prozent zu.
Risiken bleiben real
Auch wohlwollende Analysten blenden die Schwachstellen nicht aus. Der Quantencomputing-Markt steckt noch in einer frühen Phase, technische Umsetzungsrisiken und Wettbewerbsdruck bleiben hoch. D-Wave schreibt weiterhin keine schwarzen Zahlen. Entscheidend wird sein, ob sich die Kundengewinne in den kommenden Quartalen tatsächlich in sichtbarem Umsatzwachstum niederschlagen.
Finanziell verschafft sich das Unternehmen aber Zeit. Laut einer aktuellen Einschätzung von TipRanks verfügt D-Wave über eine liquide Bilanz mit rund 588 Millionen US-Dollar an Cash und marktfähigen Wertpapieren. Das reicht nach dieser Einschätzung für mehrere Quartale Forschung, Entwicklung und Kommerzialisierung — ohne kurzfristigen Refinanzierungsdruck.
Auftragsbestand als Hoffnungsträger
Analysten verweisen zusätzlich auf ein kräftiges Wachstum der Buchungen und einen deutlich gestiegenen Auftragsbestand (RPO). Rund 54 Prozent dieses Bestands sollen innerhalb der nächsten zwölf Monate als Umsatz verbucht werden. Das stützt die Erwartung einer verlässlicheren Umsatzentwicklung in der zweiten Jahreshälfte — vorausgesetzt, die Konversionsraten halten.
Charttechnisch zeigt sich die Skepsis des Marktes deutlich. Die Aktie notiert derzeit rund 20 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 20,67 Euro und ebenso unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 20,54 Euro. Der RSI von 35,3 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain.
Die nächste Quartalsvorlage dürfte deshalb genau beobachtet werden. Investoren werden dort prüfen, ob sich die Buchungsdynamik und die IDC-Auszeichnung endlich in Umsatzwachstum übersetzen — und ob sich damit die Distanz zwischen aktuellem Kurs und den deutlich höheren Kurszielen der Wall Street verkleinert.
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