D-Wave Quantum Aktie: 19 Insider-Verkäufe, kein Kauf
Manager von D-Wave Quantum verkaufen nach Börsengang an der Nasdaq Aktien, während der Kurs weiter nachgibt.
Kurz zusammengefasst
- Insider verkaufen nach Nasdaq-Debüt
- Aktie verliert deutlich an Wert
- Quantensektor insgesamt unter Druck
- AT&T-Deal sorgt nur kurz für Auftrieb
D-Wave Quantum feiert den Sprung an die Nasdaq – und die eigenen Manager nutzen die Gelegenheit zum Ausstieg. Die Aktie des Quantencomputing-Unternehmens fiel am Mittwoch um 8,49 Prozent auf 14,17 Euro. Über die vergangenen 30 Tage hat das Papier damit fast ein Drittel seines Werts verloren.
Manager verkaufen, keiner kauft
Am 27. Juli läutete D-Wave zur Aufnahme des Nasdaq-Handels die Börsenglocke. CEO Alan Baratz sprach von einem Meilenstein auf dem Weg vom Forschungsprojekt zum kommerziellen Technologieanbieter für Unternehmen und Behörden.
Die Feierlaune hielt nicht lange. Personalchefin Sophie Ames verkaufte 29.165 Aktien für rund 554.000 Dollar. Rohit Ghai trennte sich von 23.518 Aktien im Wert von etwa 533.000 Dollar, John DiLullo von 15.850 Aktien für rund 336.000 Dollar. Auch CEO Baratz und Finanzchef John Markovich reduzierten ihre Bestände deutlich.
Die Bilanz der vergangenen sechs Monate ist eindeutig: Insider haben die Aktie 19 Mal am freien Markt gehandelt. Alle 19 Transaktionen waren Verkäufe. Keine einzige war ein Kauf.
Der ganze Sektor gerät unter Druck
D-Wave steht mit seiner Talfahrt nicht allein da. Konkurrent IonQ verlor im selben Zeitraum 39 Prozent, D-Wave selbst rutschte um 30 Prozent ab. Anleger ziehen sich derzeit branchenweit aus hochbewerteten Quantencomputing-Titeln zurück, die noch keine Gewinne schreiben.
Breiter aufgestellte Fonds federn den Ausverkauf ab. Der Defiance Quantum ETF verlor im gleichen Monat nur 16 Prozent – sein Korb aus Quanten- und angrenzenden Computing-Werten verwässert Einzeltitel-Ausschläge, bei einer Kostenquote von 0,4 Prozent.
Auch charttechnisch sieht es für D-Wave schwach aus. Die Aktie notiert derzeit rund 29 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 19,96 Euro. Bereits im März bildete sich ein sogenanntes Death Cross, als der 50-Tage- unter den 200-Tage-Durchschnitt fiel – ein Signal, das Rallyes häufig zusätzlichen Verkaufsdruck beschert, bis der Kurs die wichtigen Durchschnittslinien zurückerobert.
AT&T-Deal zündet nur kurz
Der aktuelle Rutsch folgt auf eine kurze Rally. D-Wave hatte am 27. Juli verkündet, dass AT&T den Einsatz seiner Quantentechnologie im Netzbetrieb ausweiten will. Erste Tests hätten eine Optimierungsaufgabe im AT&T-Netz von rund einer Stunde auf unter 15 Sekunden verkürzt. Beide Unternehmen wollen künftig auch Bereiche wie Störungsmanagement, Techniker-Routing und Verkehrssteuerung gemeinsam angehen.
Die Nachricht sorgte zusammen mit dem Nasdaq-Debüt zunächst für einen Kurssprung von 20 Prozent. Tags darauf ging es bereits wieder um rund 10 Prozent runter – Gewinnmitnahmen nach der Rally, ausgelöst auch durch eine positive Analysten-Ersteinschätzung. Analysten von Seeking Alpha dämpften die Euphorie: Die erweiterte AT&T-Partnerschaft zeige zwar reales Anwendungspotenzial für D-Waves Annealing-Technologie, Details zu Vertragswert und Laufzeit fehlten aber.
Zahlen am 6. August im Blick
D-Wave und Rigetti legen am 6. August ihre Quartalszahlen vor. Der AT&T-Deal bleibt bislang explorativ, ein bestätigter Umsatzbeitrag oder eine Produktivumsetzung fehlt. Analysten rechnen für das zweite Quartal 2026 mit lediglich 4 Millionen Dollar Umsatz.
Der Blick auf das erste Quartal zeigt, wie schwankend das Geschäft von D-Wave ist. Der Umsatz lag bei 2,86 Millionen Dollar – ein Rückgang von 81 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bedingt durch den unregelmäßigen Zeitpunkt größerer Systemverkäufe. Die Auftragseingänge dagegen schossen im Jahresvergleich um 2.000 Prozent nach oben.
Mit einem Kurs von 27 Prozent über dem März-Tief bleibt D-Wave in einer Spanne mit hoher Schwankungsbreite gefangen. Die Investoren müssen bis zum 6. August zwei Dinge gleichzeitig verdauen: die anhaltenden Insider-Verkäufe und die Frage, ob der AT&T-Deal tatsächlich Umsatz bringt.
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