D-Wave Quantum Aktie: 35,5 Millionen Bookings, 3,08 Millionen Umsatz

D-Wave verfehlt Umsatzprognosen deutlich, überzeugt aber mit massivem Buchungsplus. Analysten bleiben trotz Kursrutsch optimistisch.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung eines Quantencomputer-Labors mit glühenden Glasfaserkabeln und hochmoderner Hardware. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzprognose klar verfehlt
  • Buchungen steigen um 1120 Prozent
  • AT&T erweitert Quantencomputing-Nutzung
  • Kursziel im Konsens bei 36 Dollar

Ein Umsatz von 3,08 Millionen Dollar reichte D-Wave Quantum nicht, um die Erwartungen der Wall Street zu erfüllen. Der Spezialist für Quantencomputing hatte für das zweite Quartal 2026 mit rund 4 Millionen Dollar gerechnet, verfehlte diese Marke aber deutlich. Auch der Verlust je Aktie von 0,13 Dollar lag über den prognostizierten 0,08 bis 0,09 Dollar. Die Aktie reagierte prompt: An der Heimatbörse ging es kräftig nach unten, im deutschen Handel schloss das Papier am Donnerstag bei 16,87 Euro und büßte binnen eines Tages 8,81 Prozent ein.

Der Rückschlag reiht sich in eine ohnehin schwierige Kursentwicklung der vergangenen Monate ein. Seit Jahresbeginn steht bei D-Wave Quantum ein Minus von 25,55 Prozent zu Buche, und vom 52-Wochen-Hoch bei 40,41 Euro aus dem Oktober vergangenen Jahres trennen das Papier inzwischen 58,25 Prozent. Die Volatilität der Aktie bleibt mit einem annualisierten Wert von über 100 Prozent außergewöhnlich hoch – ein Hinweis darauf, wie stark Anleger jede Nachricht aus dem noch jungen Geschäft mit Quantentechnologie bewerten.

Buchungsboom trotz Umsatzverfehlung

Während die eigentliche Umsatzlinie enttäuschte, überraschte D-Wave Quantum mit der Entwicklung der Auftragseingänge. Im ersten Halbjahr 2026 summierten sich die Buchungen auf 35,5 Millionen Dollar – ein Plus von 1.120 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Getrieben wurde dieser Sprung maßgeblich von einem Systemverkauf über 20 Millionen Dollar an die Florida Atlantic University. Allein im zweiten Quartal legten die Buchungen um 59 Prozent auf 2,1 Millionen Dollar zu. Der Auftragsbestand kletterte auf 40,7 Millionen Dollar, ein Anstieg von 668 Prozent, wovon das Unternehmen 57 Prozent innerhalb der kommenden zwölf Monate in Umsatz umwandeln will.

Der Nettoverlust schrumpfte im Jahresvergleich deutlich von 167,3 Millionen auf 48 Millionen Dollar. Auf operativer Ebene zeigte sich allerdings ein gegenläufiges Bild: Der operative Verlust weitete sich von 26,5 Millionen auf 53,3 Millionen Dollar aus, während die operativen Kosten um 93 Prozent auf 55 Millionen Dollar stiegen. Auch die Bruttomarge gab von 63,8 auf 55,4 Prozent nach.

AT&T und Nature-Publikation als Lichtblicke

Technologisch kann D-Wave Quantum auf handfeste Fortschritte verweisen. Der Telekommunikationskonzern AT&T hat seine Nutzung der Quantensysteme des Unternehmens ausgeweitet und beschleunigt damit die Netzwerkoptimierung um das 240-Fache: Prozesse, die zuvor eine Stunde dauerten, laufen nun in weniger als 15 Sekunden. Zum Einsatz kommt die Technologie bei der Ausfallerkennung, beim Techniker-Routing und im Verkehrsmanagement. Zusätzlich veröffentlichte D-Wave Quantum eine von Fachgutachtern geprüfte Studie im renommierten Fachjournal Nature, die einer Zwei-Qubit-Verschränkungsoperation eine Genauigkeit von 99,9 Prozent bescheinigt. Das Marktforschungshaus IDC führt das Unternehmen zudem in seiner MarketScape-Analyse als einen von zwei Marktführern.

Kapitalpolster nach Übernahme, Analysten bleiben zuversichtlich

Nach der im Januar abgeschlossenen Übernahme von Quantum Circuits verfügt D-Wave Quantum über eine Kassenposition von 546,2 Millionen Dollar zum Quartalsende – weniger als die 819,3 Millionen Dollar aus dem Vorjahr, aber weiterhin komfortabel für die Finanzierung der technologischen Weiterentwicklung. Die Roadmap des Unternehmens sieht ein 17-Qubit-Gate-Modell noch in diesem Jahr vor, gefolgt von 49 Qubits 2027 sowie Annealing-Systemen mit 20.000 Qubits bis 2029 und 100.000 Qubits bis 2031. Für das dritte Quartal stellte das Management einen Umsatz leicht über dem aktuellen Niveau in Aussicht, das vierte Quartal soll das Jahr dominieren.

Trotz des Kursrutsches halten mehrere Analysehäuser an optimistischen Einschätzungen fest. Evercore siedelt sein Kursziel bei 37 Dollar an, Rosenblatt sogar bei 43 Dollar. Im Konsens mehrerer Häuser ergibt sich ein durchschnittliches Kursziel von 36,47 Dollar, verbunden mit einer insgesamt positiven Einstufung. Eine Bewertungsanalyse siedelt den fairen Wert der Aktie sogar bei 40,65 Dollar an – deutlich über dem zuletzt in den USA gehandelten Kursniveau. Ob D-Wave Quantum die hohen Erwartungen der Analysten mit tatsächlichem Umsatzwachstum untermauern kann, dürfte sich spätestens mit den Zahlen zum dritten Quartal zeigen.

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D-Wave Quantum Aktie

17,56 USD

– 0,14 USD -0,79 %
KGV
Sektor Technologie
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 6,51 Mrd. USD
Ø Kursziel 35,24 USD
ISIN: US26740W1099 WKN: A3DSV9

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