D-Wave Quantum Aktie: 8 Prozent Rücksetzer nach AT&T-Rally
Nach starkem Kursanstieg durch AT&T-Partnerschaft gibt D-Wave Quantum einen Teil der Gewinne wieder ab. Analysten bleiben optimistisch.

Kurz zusammengefasst
- AT&T weitet Quanten-Nutzung aus
- Aktie fällt nach Rallye um acht Prozent
- Analysten bestätigen Kaufempfehlungen
- Insider verkauften Aktien im großen Stil
Nur einen Tag, nachdem eine ausgeweitete Partnerschaft mit AT&T die Aktie von D-Wave Quantum beflügelt hatte, gibt das Papier einen Teil der Gewinne wieder ab. Am Dienstag fällt die Aktie um 8,07 Prozent auf 15,72 Euro, nachdem sie am Montag noch bei 17,10 Euro geschlossen hatte. Der Rücksetzer folgt auf eine kräftige Rally, die zuvor durch eine handfeste Unternehmensmeldung ausgelöst worden war.
AT&T weitet Quanten-Einsatz aus
Der US-Telekomkonzern AT&T hat den Einsatz der Optimierungslösungen von D-Wave in seinem Netzwerk ausgebaut. Ein internes Testverfahren zur Netzwerkoptimierung verkürzte sich dadurch von rund einer Stunde auf unter 15 Sekunden. AT&T will die Quantentechnologie künftig für die Reaktion auf Ausfälle, das Routing von Technikern und das Echtzeit-Verkehrsmanagement im Netz einsetzen. Finanzielle Details der Vereinbarung wurden nicht veröffentlicht. D-Wave-Chef Alan Baratz erklärte, Quantencomputing helfe AT&T dabei, Netzwerkprobleme binnen Sekunden zu lösen. Parallel zur Meldung wechselte D-Wave seine Börsennotierung von der NYSE zur Nasdaq.
Die Nachricht hatte die Aktie am Montag zunächst deutlich beflügelt, ehe am Dienstag Gewinnmitnahmen einsetzten. Mit dem aktuellen Kurs bleibt das Papier weit von seinem 52-Wochen-Hoch von 38,48 Euro entfernt, das im Oktober 2025 markiert wurde – der Abstand beträgt 59,15 Prozent. Der jüngste Ausschlag ändert daran wenig: Die grundsätzliche Erholung von den Tiefs bleibt intakt, doch die Volatilität in der Aktie bleibt außergewöhnlich hoch.
Analysten bleiben trotz Rücksetzer optimistisch
Rosenblatt-Analyst John McPeake bestätigte sein Buy-Rating für D-Wave Quantum mit einem Kursziel von 43 US-Dollar und sieht in der AT&T-Vereinbarung einen wichtigen Machbarkeitsnachweis für die kommerzielle Reife der Technologie. Benchmark-Analyst Gary Mobley nahm die Coverage kurz zuvor mit Buy-Rating und einem Kursziel von 30 US-Dollar wieder auf. Er verweist auf die offenen Auftragsbestände, die sich im ersten Quartal auf 42,4 Millionen US-Dollar mehr als verdreifacht haben – von 13,4 Millionen US-Dollar Ende 2025. Die Zahl potenzieller Kunden sei im Jahresvergleich um 700 Prozent gestiegen. Auch Stifel bekräftigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 35 US-Dollar.
Die Einschätzungen der Analysten fallen damit deutlich optimistischer aus als die reine Kursentwicklung der vergangenen Wochen vermuten lässt. Gleichzeitig mahnen Beobachter zur Vorsicht: Insider haben in den vergangenen drei Monaten Aktien im Volumen von rund 36,8 Millionen US-Dollar verkauft, ein Umstand, der bei aller Kursfantasie nicht ignoriert werden sollte.
Zahlen und Termine im Blick
Im ersten Quartal 2026 hatte D-Wave einen Verlust je Aktie von 0,05 US-Dollar ausgewiesen, besser als die erwarteten minus 0,08 US-Dollar. Der Umsatz sank jedoch im Jahresvergleich um 80,9 Prozent auf 2,86 Millionen US-Dollar und verfehlte die Konsensschätzung von 4,19 Millionen US-Dollar deutlich. Die kommenden Quartalszahlen sind für den 6. August angesetzt, Analysten rechnen dabei mit einem Verlust je Aktie von 0,10 US-Dollar bei einem Umsatz von 4,04 Millionen US-Dollar.
Neben dem AT&T-Deal meldete D-Wave zudem einen Zuschuss der US-amerikanischen National Science Foundation in Höhe von 1,57 Millionen US-Dollar für die Entwicklung fehlertoleranter Quantencomputer. Das Geld fließt in das ERASE-Projekt unter Leitung der Yale University, an dem die D-Wave-Tochter Quantum Circuits mit einer supraleitenden Plattform beteiligt ist. Im Fokus steht das sogenannte Dual-Rail-Gate-Modell, das mithilfe von Erasure-Qubits zur Quantenfehlerkorrektur beitragen soll. Für Anleger bleibt damit ein zweigeteiltes Bild: kommerzielle Fortschritte bei einem prominenten Kunden auf der einen, ein noch sehr kleines und schwankungsanfälliges Umsatzniveau auf der anderen Seite.
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