D-Wave Quantum Aktie: BMO sieht 86 Prozent Potenzial
BMO Capital Markets startet die Bewertung von D-Wave Quantum mit einem Outperform-Rating und einem Kursziel von 35 US-Dollar. Die Aktie reagiert mit einem Plus von 8,7 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- BMO vergibt Outperform-Rating
- Kursziel liegt bei 35 US-Dollar
- D-Wave Aktie steigt um 8,7 Prozent
- Auftragseingänge wachsen um 1120 Prozent
Ein Analystenhaus schickt D-Wave Quantum am Freitag auf eine Kursrallye. BMO Capital Markets startet die Coverage des Quantencomputing-Unternehmens mit einer Kaufempfehlung. Die Aktie legt daraufhin um 8,7 Prozent auf 17,48 Euro zu.
BMO sieht Aufholpotenzial
BMO Capital vergibt ein „Outperform“-Rating und ein Kursziel von 35 US-Dollar. Analyst Harsh Kumar begründet damit ein Aufwärtspotenzial von rund 86 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs.
Als zentrale Stärke nennt BMO die kommerziellen Umsätze des Unternehmens. D-Wave habe als Pionier bereits reale Erlöse aus Quantencomputing erzielt. Das unterscheide das Unternehmen von vielen Wettbewerbern, die noch in der Forschungsphase stecken.
Kumar hebt zudem die technologische Doppelstrategie hervor. D-Wave entwickelt sowohl Annealing- als auch Gate-Modell-Systeme. BMO wertet diese Kombination als Vorteil, weil sie dem Unternehmen mehrere Wege zu kommerziell nutzbaren Quantenlösungen eröffnet.
Die Einstufung ist Teil einer breiteren Analyse. BMO Capital nahm insgesamt zwölf Halbleiter- und Quantencomputing-Aktien neu unter Beobachtung, darunter Nvidia und Micron Technology. Zehn Titel erhielten ein „Outperform“-Rating, zwei ein „Market Perform“. D-Wave beschreibt BMO als das Unternehmen mit der „besten Passform für kommerziellen Erfolg“ im gesamten Sektor.
Der ganze Sektor zieht mit
D-Wave steht mit seinem Kurssprung nicht allein da. Infleqtion legte am Freitag um 10 Prozent zu, Rigetti um 9 Prozent. Auslöser war die Aussicht auf 100 Millionen US-Dollar an möglicher staatlicher Förderung für Quantentechnologie – konkrete Unternehmensnachrichten gab es dazu nicht.
Der Defiance Quantum ETF stieg dagegen nur um 0,5 Prozent. Das zeigt, wie gering das Gewicht reiner Quantencomputing-Titel im Fonds tatsächlich ist. Die Rallye speist sich also vor allem aus der Hoffnung auf staatliche Aufträge, nicht aus bereits unterschriebenen Verträgen.
Der Kursanstieg kommt nach einer schwierigen Phase. Bis Donnerstag lag D-Wave seit Jahresanfang noch 23 Prozent im Minus. In den Tagen zuvor hatten steigende Anleiherenditen den gesamten Quantensektor belastet, auch Konkurrenten wie IonQ, Rigetti und Quantum Computing Inc. gerieten unter Druck.
Auftragsbücher wachsen, Umsatz bleibt dünn
BMOs Optimismus stützt sich auch auf operative Fortschritte. Im ersten Halbjahr 2026 meldete D-Wave Auftragseingänge von 35,5 Millionen US-Dollar – ein Plus von über 1.120 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die vertraglich zugesicherten künftigen Leistungen (Remaining Performance Obligations) kletterten um 668 Prozent auf 40,7 Millionen US-Dollar.
Der tatsächliche Umsatz hinkt dieser Dynamik jedoch hinterher. Im zweiten Quartal erlöste D-Wave lediglich 3,1 Millionen US-Dollar, weniger als von Analysten erwartet. Der Verlust je Aktie lag bei 0,13 US-Dollar und damit deutlich über der prognostizierten Marke von 0,09 US-Dollar.
Trotz dieser durchwachsenen Zahlen bleibt die Wall Street mehrheitlich optimistisch. Mehr als ein Dutzend Analysten vergeben im Konsens ein „Strong Buy“-Rating, das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 35 US-Dollar – deutlich über dem aktuellen Kursniveau.
Ausblick
Von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 40,41 Euro aus dem Oktober 2025 ist die Aktie noch weit entfernt, aktuell klafft eine Lücke von 57 Prozent. Der Freitagssprung zeigt frisches Anlegerinteresse an der Quantencomputing-Story. Allerdings bleibt die Kluft zwischen BMOs Kursziel und der noch schmalen Umsatzbasis auffällig groß – ein großer Teil der Neubewertung basiert auf künftiger Ausführung, nicht auf bereits erzielten Gewinnen.
Ob die Spekulation um staatliche Förderung tatsächlich in feste Verträge mündet und ob sich die stark wachsenden Auftragsbücher in echten Umsatz verwandeln, wird zeigen, wie tragfähig der Kursgewinn vom Freitag ist.
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