D-Wave Quantum Aktie: Branchenrutsch erfasst auch D-Wave?
D-Wave meldet neue Forschungskooperationen und testet einen Quantencomputer-Simulator, während die Aktie auf Wochensicht 7,3 Prozent nachgibt.
Kurz zusammengefasst
- D-Wave-Aktie verliert wöchentlich 7,3 Prozent
- Kanzlei prüft bekannte Unternehmensereignisse
- NIST fördert Projekt mit 200.000 US-Dollar
- Simulator-Beta für frühe Nutzer verfügbar
Am Donnerstag gerieten Aktien aus dem Quantencomputing-Bereich an den Börsen spürbar unter Verkaufsdruck. Neben D-Wave Quantum gaben auch die Papiere von IonQ, Rigetti und Quantum Computing Inc. nach. Medienberichten zufolge waren steigende Renditen von US-Staatsanleihen sowie wachsende Sorgen über Inflation und Staatsverschuldung die Hauptgründe für den branchenweiten Kursrückgang.
Am gestrigen Freitag beendete die D-Wave-Aktie den Handel bei 12,99 Euro. Auf Wochensicht ergab sich damit ein Minus von 7,3 Prozent. Der jüngste Rückgang vertieft die Verluste und fällt in eine Marktphase, in der Anleger risikoreichere Technologieinvestments meiden.
Juristische Prüfung greift bekannte Quartalsdaten auf
Zu der allgemeinen Marktbelastung kommen unternehmensspezifische Faktoren hinzu, die am Mittwoch erneut in Erinnerung gerufen wurden. Die Kanzlei Kessler Topaz Meltzer & Check veröffentlichte eine Mitteilung zu einer Untersuchung nach dem Wertpapierrecht.
Der Hinweis knüpfte an zwei bekannte Ereignisse des Sommers an. Dazu zählten die verfehlten Umsatzerwartungen im zweiten Quartal am 6. August sowie der am 25. August angekündigte Rücktritt des Finanzvorstands. Medienberichten zufolge handelte es sich bei der Veröffentlichung um eine erneute Ausrichtung auf diese früheren Offenlegungen und nicht um neue Feststellungen von Verstößen.
Kooperationen mit Universitäten in Florida und Arkansas
Auf operativer Ebene meldete das Unternehmen Fortschritte bei Bildungs- und Forschungsprojekten. Am Dienstag erhielt die Florida Atlantic University eine Vereinbarung über eine Förderung von $200.000 durch das NIST, eine Behörde des US-Handelsministeriums.
In Zusammenarbeit mit D-Wave soll ein regionales Programm zur Ausbildung von Fachkräften im Bereich der quantenbasierten Cybersicherheit entstehen. Das Projekt knüpft an die geplante Installation eines Advantage2-Systems an der Hochschule an.
Bereits am Montag hatte D-Wave zudem eine Partnerschaft mit dem Supply Chain Management Research Center der University of Arkansas vereinbart. Ziel der Zusammenarbeit ist die Einrichtung eines Unterstützungsfonds für Ausbildung und unabhängige Forschung zu Quantenanwendungen in Lieferketten.
Software-Simulator im Testbetrieb
Diese Initiativen schließen an Entwicklungen auf der Softwareseite an. Anfang Oktober stellte D-Wave ein Beta-Programm für seinen Simulator zum Gate-Model-Quantencomputing bereit. Das System basiert auf einer Dual-Rail-Architektur und soll erweiterte Möglichkeiten für fehlerbewusste Programmierung bieten. Der Simulator ist über den Cloud-Dienst Leap sowie das Ocean SDK zugänglich.
Zu den Organisationen mit frühem Zugriff gehören neben der Florida Atlantic University auch das Jülich Supercomputing Centre sowie BBVA und FirstQFM. Damit bindet D-Wave sowohl akademische Partner als auch kommerzielle Nutzer schrittweise in die Erprobung der Plattform ein.
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