D-Wave Quantum Aktie: Buchungen explodieren um 1.994 Prozent
D-Wave Quantum verzeichnet einen massiven Anstieg der Buchungen um fast 2000 Prozent, während der Umsatz durch Basiseffekte sinkt. Die Aktie reagiert mit deutlichen Kursgewinnen.

Kurz zusammengefasst
- Buchungen steigen um fast 2000 Prozent
- Umsatzrückgang durch Vergleichsbasis
- Übernahme von Quantum Circuits abgeschlossen
- Investor Day für Juni angekündigt
D-Wave Quantum liefert dem Quanten-Hype neue Nahrung. Die Aktie sprang am Donnerstag kräftig an, weil die Buchungen explodieren und das Unternehmen tiefer in die US-Quanteninfrastruktur hineinrückt. Der Reiz liegt im Kontrast: Der Umsatz bleibt klein, die Auftragspipeline wird deutlich größer.
An der Wall Street schloss die Aktie bei 29,52 Dollar, ein Plus von 7,4 Prozent. Das Handelsvolumen lag bei 54,2 Millionen Aktien und damit ungewöhnlich hoch.
In Deutschland lag der Schlusskurs gestern bei 25,30 Euro. Auf Monatssicht steht ein Plus von 61,71 Prozent, über ein Jahr sind es 71,88 Prozent.
Seit Anfang April hat der Titel um 103,1 Prozent zugelegt, während der S&P 500 im gleichen Zeitraum 14,4 Prozent gewann. Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei rund 10,92 Milliarden Dollar. Das zeigt, wie viel Zukunftserwartung bereits im Kurs steckt.
Buchungen explodieren, Umsatz hinkt hinterher
Im ersten Quartal meldete D-Wave einen Anstieg der Buchungen um 1.994 Prozent auf 33,4 Millionen Dollar. Das ist der zentrale Treiber hinter der neuen Kursfantasie.
Darin enthalten sind ein Systemverkauf an die Florida Atlantic University über 20 Millionen Dollar sowie eine Enterprise-Lizenzvereinbarung über 10 Millionen Dollar. Genau solche großvolumigen Abschlüsse sind für D-Wave entscheidend, weil sie den Übergang vom Forschungsversprechen zum kommerziellen Geschäft greifbarer machen.
Der Umsatz fiel im Quartal allerdings auf 2,9 Millionen Dollar, ein Rückgang um 81 Prozent. Der Grund liegt in der Vergleichsbasis: Im Vorjahreszeitraum hatte ein großer Systemverkauf die Erlöse aufgebläht.
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Unter der Oberfläche sieht das Bild stabiler aus. Die Erlöse aus Quantenrechnen als Dienstleistung stiegen auf 1,8 Millionen Dollar, professionelle Services erreichten 1,0 Millionen Dollar, und die vertraglich gesicherten Restleistungsverpflichtungen kletterten auf 42,4 Millionen Dollar.
Zwei Plattformen statt einer Wette
Strategisch hat D-Wave die Übernahme von Quantum Circuits abgeschlossen. Damit positioniert sich das Unternehmen nicht mehr nur als Anbieter von Annealing-Systemen, sondern auch als Spieler im Gate-Model-Computing mit supraleitenden Qubits.
Die technische Roadmap sieht 175 physische Qubits bis 2028 vor. Das ist ambitioniert, aber in einem Markt, in dem Glaubwürdigkeit stark an konkrete Meilensteine gekoppelt ist, zählt genau diese Transparenz.
Für 2030 peilt D-Wave 10 logische Qubits an. Damit verschiebt sich die Geschichte weg von einzelnen Pilotprojekten hin zu einer breiteren Plattformstrategie.
CHIPS-Geld und Investor Day rücken näher
Das Management rechnet im Geschäftsjahr 2026 mit mindestens zwei großen Systemverkäufen. Parallel dazu steht ein vorgeschlagenes Finanzierungspaket der US-Regierung über 100 Millionen Dollar im Raum, das über den CHIPS Act laufen soll.
Auch die Analystenseite bleibt überwiegend konstruktiv. Rosenblatt führt ein Kursziel von 43,00 Dollar, während Mizuho das Ziel zuletzt auf 29,00 Dollar angepasst und die Einstufung „Outperform“ beibehalten hat.
Am 1. Juni 2026 hält D-Wave den ersten Investor Day an der New York Stock Exchange ab. Dort kann das Management die offene Lücke zwischen hoher Bewertung, starkem Auftragseingang und noch überschaubarem Umsatz adressieren — genau daran hängt die nächste Etappe der Aktie.
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