D-Wave Quantum Aktie: Wedbush setzt 40-Dollar-Ziel
Trotz ambitionierter Kursziele von Wedbush und Jefferies notiert die D-Wave-Aktie deutlich tiefer. Buchungen explodieren, Umsatz bleibt jedoch gering.

Kurz zusammengefasst
- Wedbush und Jefferies sehen 40 Dollar
- Buchungen steigen um 1.120 Prozent
- AT&T weitet Quantencomputing-Kooperation aus
- Aktie notiert 56 Prozent unter Hoch
Zwei Analysehäuser trauen D-Wave Quantum binnen kurzer Zeit ein Kursziel von 40 US-Dollar zu – während der Titel im deutschen Handel weit darunter notiert. Wedbush Securities nahm die Aktie am 3. August mit einem Outperform-Rating und genau diesem Kursziel neu in die Coverage auf.
Am selben Tag bekräftigte Jefferies Financial Group ein Kursziel von 40 US-Dollar. Beide Häuser begründen ihren Optimismus mit der kommerziellen Dynamik des Quantencomputer-Spezialisten, die sich in den vergangenen Wochen deutlich beschleunigt hat.
Rückenwind aus Buchungen und Kooperationen
Den Hintergrund der positiven Einschätzungen liefert die Geschäftsentwicklung. Am vergangenen Donnerstag legte D-Wave Quantum Zahlen zum zweiten Quartal vor: Die Buchungen für das erste Halbjahr schnellten im Jahresvergleich um 1.120 Prozent auf 35,5 Millionen US-Dollar nach oben, während der Umsatz mit 3,08 Millionen US-Dollar nahezu unverändert blieb. Seit der Veröffentlichung hat die Aktie um 3,7 Prozent zugelegt.
Auch die vor rund zwei Wochen bekannt gewordene Ausweitung der Zusammenarbeit mit AT&T wirkt nach: Der Telekomkonzern vertieft sein Engagement in der Quantentechnologie, nachdem ein Proof-of-Concept eine komplexe Netzwerkoptimierung von rund einer Stunde auf unter 15 Sekunden verkürzt hatte. Seither steht bei der Aktie ein Plus von 11,7 Prozent zu Buche.
Zusätzlichen Schub liefert die Forschungsarbeit des Unternehmens. Am Donnerstag vergangener Woche veröffentlichte D-Wave Quantum eine von Fachkollegen begutachtete Studie im Wissenschaftsjournal Nature, die ein schnelles, hochpräzises Zwei-Qubit-Verschränkungsgatter für supraleitende Dual-Rail-Cavity-Qubits beschreibt.
Die Arbeit gilt als Fortschritt auf dem Weg zu praktikablem, fehlertolerantem Gate-Modell-Quantencomputing – jenem Technologiepfad, den D-Wave Quantum seit der im Januar abgeschlossenen Übernahme von Quantum Circuits für 550 Millionen US-Dollar konsequent ausbaut.
Ergänzt wird das Bild durch eine neue Partnerschaft mit Nasdaq Verafin, die Anfang des Monats bekannt wurde: Beide Seiten wollen gemeinsam prüfen, ob sich Quantencomputing zur Erkennung von Finanzkriminalität eignet, etwa bei der Aufdeckung von Betrug, Betrugsmustern und Geldwäsche.
Nicht alle Marktbeobachter teilen die Zuversicht der beiden Investmentbanken in gleichem Maße. Der automatisierte Bewertungsdienst Wall Street Zen hob seine Einstufung Ende vergangener Woche zwar von „Strong Sell“ auf „Sell“ an, blieb damit aber deutlich unter dem Optimismus von Wedbush und Jefferies.
Kursrealität bleibt hinter den Zielen zurück
Von den ambitionierten Kurszielen ist die Aktie im deutschen Handel derzeit weit entfernt. Am Montag schloss der Titel bei 17,50 Euro, ein Tagesverlust von 2,29 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Minus von 7,51 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn beträgt der Rückgang 22,77 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch, das die Aktie am 15. Oktober vergangenen Jahres bei 40,41 Euro markierte, trennen den Titel inzwischen 56,69 Prozent.
Die Diskrepanz zwischen operativem Fortschritt und Kursverlauf spiegelt die Unsicherheit wider, mit der Investoren junge Quantencomputer-Werte weiterhin bewerten. Auf der einen Seite stehen explodierende Auftragseingänge, technologische Meilensteine und wachsendes Interesse von Großkonzernen.
Auf der anderen Seite bleibt der Umsatz vorerst gering, und die Bewertung schwankt entsprechend heftig. Ob sich die Kursziele von Wedbush und Jefferies als tragfähig erweisen, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell sich die kräftig gestiegenen Buchungen in tatsächliche Umsätze verwandeln.
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