DAX: 0,3% BIP-Revision stützt 26.570 Punkte
Der DAX legte 0,8 Prozent zu, während revidierte Wachstumsdaten und höhere Reallöhne die Stimmung trotz strengerer EZB-Töne stützten.

Kurz zusammengefasst
- DAX schließt bei 26.569,99 Punkten
- BIP-Prognose für zweites Quartal angehoben
- SAP verliert nach UBS-Abstufung deutlich
- Lufthansa im Fokus der Indexentscheidung
Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich zum Ende der Handelswoche widerstandsfähig und festigt seine Position im Bereich historischer Höchststände. Trotz eines zunehmend restriktiven Tons aus den Reihen der Europäischen Zentralbank (EZB) stützten positive Signale von der heimischen Konjunkturseite die Stimmung der Marktteilnehmer.
Am Freitag schloss der deutsche Leitindex bei 26.569,99 Punkten, was einem Tagesgewinn von 0,8 % entspricht. Damit notiert das Börsenbarometer nur noch rund -0,2 % unter seinem aktuellen 52-Wochen-Hoch.
Wirtschaftswachstum und Reallohnplus stützen
Ein wesentlicher Impulsgeber für die freundliche Tendenz war die Revision der Wachstumszahlen für die deutsche Volkswirtschaft. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurde das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das zweite Quartal 2026 auf 0,3 % nach oben korrigiert, nachdem eine erste Schätzung lediglich ein Plus von 0,2 % vorgesehen hatte. Parallel dazu stiegen die Reallöhne im selben Zeitraum um 1,5 %, was die Hoffnung auf einen anhaltend stabilen privaten Konsum nährt.
Diese positiven Rahmendaten bildeten ein notwendiges Gegengewicht zu den jüngsten geldpolitischen Entwicklungen. Medienberichten zufolge belegen die Sitzungsprotokolle der EZB vom 23. Juli, dass interne Forderungen nach einer Zinserhöhung lauter werden, obwohl der Leitzins zuletzt bei 2,25 % belassen wurde.
EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel signalisierte zudem in einem Interview mit Bloomberg die Notwendigkeit weiterer Straffungen, um den Inflationsdruck zu begrenzen. Am Terminmarkt wird eine Zinserhöhung am 10. September inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 % eingepreist.
Divergenzen bei den Schwergewichten und Index-Vorschau
Auf Unternehmensebene präsentierte sich das Bild am Mittwoch uneinheitlich. Während die Aktie der Deutschen Bank das höchste Niveau seit mehreren Jahren markierte, geriet das Schwergewicht SAP unter Druck.
Der Softwarekonzern verzeichnete Kursabschläge von rund 3-4 %, nachdem UBS-Analyst Michael Briest seine Kaufempfehlung für das Papier gestrichen hatte. Als allgemeiner Stimmungsbarometer für den technologisch bedeutsamen KI-Sektor fungierten zudem die Quartalsergebnisse des US-Konzerns Nvidia, die die Handelsaktivität im Index spürbar beeinflussten.
Zusätzliche Spannung am Markt resultiert aus der bevorstehenden Entscheidung über die Neuzusammensetzung der Index-Familie, die die Deutsche Börse für den 3. September angekündigt hat. Im Fokus steht dabei insbesondere die Lufthansa, die für einen sogenannten „Regular Entry“ in den DAX mindestens den Rang 33 der Freefloat-Marktkapitalisierung erreichen muss.
Investoren blicken zudem mit Sorge auf die geopolitischen Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg, da mögliche Blockaden in der Straße von Hormus die Energiepreise und damit die Inflationserwartungen im Euroraum erneut antreiben könnten.
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