DAX: 1,80 Prozent Minus bei 24.702 Punkten

Zinsängste, steigende Ölpreise und schwache Tech-Impulse drücken den DAX um 1,8 Prozent auf 24.702 Punkte.

Redaktion Stock-World ·
Rote Aktienkurse auf digitalen Bildschirmen in einem modernen Bürogebäude als Symbol für fallende Börsenkurse. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX verliert 1,8 Prozent
  • EZB hält Zinserhöhung offen
  • Ölpreis steigt über 100 Dollar
  • Tech-Ausgaben belasten Stimmung

Der deutsche Leitindex musste am Donnerstag deutliche Verluste hinnehmen. Der DAX fiel um 1,80 Prozent und beendete den Handel bei 24.701,92 Punkten. Eine Kombination aus einer falkenhaften Zinspause der Europäischen Zentralbank (EZB), eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und enttäuschenden Impulsen aus dem Technologiesektor setzte die Anleger unter Druck.

EZB signalisiert mögliche Zinsschritte im September

Die EZB beließ den Einlagensatz bei ihrer jüngsten Sitzung zwar einstimmig bei 2,25 Prozent, gab jedoch keine Entwarnung für die kommenden Monate. Wie die Börsen-Zeitung berichtet, halten sich die Währungshüter eine weitere Zinserhöhung für die Sitzung im September ausdrücklich offen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte, dass die Unsicherheit weiterhin hoch sei und die künftigen Entscheidungen von der Datenlage abhängen.

Besonders die Inflation im Euroraum, die im Juni bei 2,8 Prozent lag, bereitet Sorgen. Parallel dazu stieg die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 3,21 Prozent, was den höchsten Stand seit dem Jahr 2011 markiert. Diese Entwicklung am Anleihemarkt belastete den Aktienmarkt zusätzlich, da steigende Zinsen die Attraktivität von Dividendentiteln schmälern.

Geopolitische Spannungen treiben Energiekosten

Zusätzliche Belastung kam von den Energiemärkten. Nach Berichten über Angriffe der Huthi-Miliz auf die saudischen Öltanker „Encelia“ und „Layla“ im Roten Meer kletterte der Preis für die Sorte Brent zeitweise über die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Die US-Regierung führte zudem die zwölfte Nacht in Folge Luftangriffe auf militärische Ziele im Iran durch.

Diese Eskalation schürt die Furcht vor einem dauerhaften Energieschock. Laut Handelsblatt warnte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel bereits, dass die Entwicklung der Energiepreise entscheidend für den weiteren Inflationsverlauf sein werde. Für die exportorientierten Unternehmen im DAX bedeuten die steigenden Rohölkosten nicht nur höhere Produktionsausgaben, sondern auch ein Risiko für die globale Konjunkturdynamik.

Tech-Sektor leidet unter hohen KI-Ausgaben

Auch von der Unternehmensseite kamen am Donnerstag kaum stützende Signale. Die US-Berichtssaison warf lange Schatten auf den deutschen Markt: Alphabet übertraf zwar die Erwartungen beim Umsatz (120 Milliarden US-Dollar), verschreckte Anleger jedoch mit einer Erhöhung der Investitionsausgaben für Künstliche Intelligenz auf bis zu 205 Milliarden US-Dollar. Die Tesla-Aktie brach nachbörslich ein, nachdem der Elektroautobauer erstmals seit zwei Jahren einen negativen freien Cashflow von 1,09 Milliarden US-Dollar ausweisen musste.

Diese Nachrichten belasteten auch hiesige Technologiewerte wie Infineon. Im DAX selbst gab die Aktie der Deutschen Börse nach, obwohl das Unternehmen für das zweite Quartal kräftige Zuwächse bei Nettoerlösen und Gewinn vermeldete. Positiv hob sich die VW-Lkw-Tochter Traton ab, die für das zweite Quartal eine bereinigte operative Rendite von 8,1 Prozent erzielte. Zudem stufte die DZ Bank die Siemens-Aktie auf „Kaufen“ hoch und hob den fairen Wert auf 330 Euro an.

Trotz der jüngsten Korrektur verfügt der Index charttechnisch noch über einen Puffer. Der DAX notiert aktuell 1,40 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 24.360,05 Punkten, der weiterhin als eine der wichtigsten Unterstützungslinien im Markt gilt.

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