DAX: 200-Tage-Linie hält die Korrektur auf
Nach dem Rückgang vom Augusthoch erholte sich der DAX; Inflationsdruck und bärisches Tagesmomentum lassen die Korrektur jedoch offen.

Kurz zusammengefasst
- DAX erholte sich vom Donnerstagstief
- Freitagsplus von 1,2 Prozent
- Infineon-Aktie gewann 8,8 Prozent
- Inflation im Euroraum stieg auf 3,8 Prozent
Der DAX hat seine wichtigste Verteidigungslinie gehalten. Nach einem Tief bei 24.831 Punkten am Donnerstag kam die Erholung, und der Leitindex startet nun knapp über 25.000 Punkten in die Woche. Ausgestanden ist die Korrektur damit noch nicht.
Warum der Index zuletzt unter Druck stand
Vom Rekordhoch bei 26.618 Punkten Ende August ging es zuletzt abwärts. Treiber waren steigende Ölpreise und deutlich höhere Anleiherenditen. Am Donnerstag markierte der DAX den tiefsten Stand seit Ende Juli.
Am Freitag drehte die Stimmung. Der US-Arbeitsmarktbericht fiel mit nur 29.000neuen Stellen deutlich schwächer aus als erwartet, was Zins- und Inflationssorgen dämpfte. Der DAX legte um 1,2 Prozent zu. Hinzu kam die Ankündigung der G7, gemeinsam Ölreserven freizugeben.
Zum Wochenstart deutet sich laut vorbörslichen Indikationen ein weitgehend stabiler Handel an. Ein Rest Gegenwind bleibt: Die Inflation im Euroraum stieg im September von 3,2 auf 3,8 Prozent, die Kernrate lag mit 2,5 Prozent allerdings im erwarteten Rahmen.
Unter den Einzelwerten stachen Chipaktien hervor. Infineon sprang um 8,8 Prozent nach oben. Die Commerzbank gab nach einer Abstufung durch RBC leicht nach.
Charttechnik: Bewährungsprobe bestanden
Die 200-Tage-Linie verläuft bei 24.888 Punkten. Der DAX unterschritt sie nur kurz, am Freitag folgte die Gegenbewegung bis 25.304 Punkte. Mit dem Schluss über 25.160 Punkten kehrte der Index in die alte Seitwärtsspanne zurück. Der RSI hat sich von überverkauften Werten auf knapp 47 erholt.
Der Anstieg stieß allerdings knapp unter der 10-Tage-Linie bei 25.341 Punkten an. Darüber wartet die 50-Tage-Linie bei 25.581 Punkten. Der Volatilitätsindex VDAX-New fiel auf 18,65 Punkte, bleibt aber über der Marke von 17. Das Risiko größerer Rücksetzer ist damit nicht gebannt. Auch das Momentum bleibt auf Tagesbasis leicht bärisch.
Auch international sieht es nicht einheitlich aus. Die Nasdaq erreichte Rekordhochs, während die Wall Street auf Wochensicht im Minus liegt. In Asien legte der Nikkei zum Wochenstart um rund zwei Prozent zu. Dort wie hier beschäftigt der Markt die Frage, ob die US-Notenbank im Oktober an den Zinsen festhält. Am Mittwoch erscheint das Protokoll der September-Sitzung.
Die Marken für die nächsten Tage
Ein Tagesschluss über der 10-Tage-Linie würde die Erholung bestätigen. Dann wäre der Weg zur 50-Tage-Linie und weiter zu den Vorwochenhochs um 25.780 Punkte frei.
Rutscht der DAX dagegen unter 25.160 Punkte, droht ein neuerlicher Test der 200-Tage-Linie. Hält diese nicht, rücken der Bereich um 24.600 Punkte und die offene Kurslücke bei 24.327 Punkten ins Blickfeld.
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