DAX: Adidas reißt Lücke, Einzelwerte tragen

Der DAX verharrt unter seinem Rekordhoch, während Adidas nach Gewinneinbruch einbricht. Symrise und MTU legen zu, Konjunkturdaten stützen.

Redaktion Stock-World ·
Moderne Glasfassade eines Börsengebäudes in der Dämmerung als Symbol für den DAX-Handel. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX bleibt unter 25.550 Punkten
  • Adidas verliert über 17 Prozent
  • Symrise und MTU legen kräftig zu
  • US-Konjunkturdaten überraschen positiv

Der DAX kommt diese Woche einfach nicht vom Fleck. Am Donnerstagmittag notierte der deutsche Leitindex bei 25.482 Punkten, ein Plus von 0,1 Prozent – nach 25.487 Zählern zum Handelsstart. Über 25.550 Punkte hinaus ging in dieser Woche nichts, das jüngste Rekordhoch vom 6. Juli bei 25.900 Punkten bleibt außer Reichweite.

Der Grund für die Lethargie liegt nicht im Index selbst, sondern in seinen Bestandteilen. Ein Händler brachte es am Terminmarkt auf den Punkt: Der Markt konzentriere sich derzeit ausschließlich auf Einzeltitel, die Korrelationen zwischen den Aktien seien so gering, dass sich Hedging über Index-Futures kaum noch lohne. Der Umsatz im DAX-Future lag bei gerade einmal 6.300 Kontrakten – ein magerer Wert.

Adidas bricht ein, Symrise und MTU liefern

Den größten Ausschlag nach unten gab Adidas. Die Aktie brach um mehr als 17 Prozent ein, nachdem höhere Marketingausgaben rund um die Fußball-Weltmeisterschaft den Quartalsgewinn deutlich unter die Erwartungen drückten. Ein Analyst von Jefferies sprach von einem unerwartet starken Anstieg der operativen Kosten, der die eigentlich robuste Wachstumsdynamik im zweiten Quartal in den Hintergrund rücke.

Auf der Gewinnerseite sorgten gleich mehrere Berichte für Auftrieb. Symrise legte nach einem trägen Jahresstart im zweiten Quartal wieder aus eigener Kraft zu und bestätigte die Jahresziele – die Aktie gewann 5,9 Prozent und führte damit den Index an. MTU Aero Engines profitierte von einem starken Wartungsgeschäft und hob die Prognose für den freien Barmittelzufluss leicht an, das Papier zog um 3,8 Prozent an. BMW verbesserte sich um 1,7 Prozent dank einer etwas besseren Automobilmarge als erwartet.

Schwächer zeigten sich dagegen Knorr-Bremse und Kion. Knorr-Bremse erhöhte zwar den Jahresausblick nach einem soliden ersten Halbjahr, verlor aber 7,6 Prozent – die DZ Bank monierte, die neuen Ziele bis 2030 böten kaum Impulse. Kion sackte nach der Zahlenvorlage um 6,4 Prozent ab, Nemetschek gab 6,6 Prozent nach und musste damit einen Teil seines zuletzt starken Laufs abgeben.

Konjunktur liefert Rückenwind, Geopolitik bremst

Untermauert wurde das Bild von überraschend robusten Konjunkturdaten. Die deutsche Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal um 0,2 Prozent, die gesamte Eurozone legte mit 0,4 Prozent sogar deutlicher zu als von Ökonomen erwartet. Die US-Notenbank hatte den Leitzins am Vorabend erwartungsgemäß in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent belassen, ohne größere Marktreaktion auszulösen.

Belastend wirkte weiterhin der Konflikt zwischen den USA und dem Iran, nachdem das US-Militär in der Nacht erneut Ziele in der Islamischen Republik angriff. Die Stimmung am Parkett blieb dadurch verhalten, selbst die ausbleibende Zinserhöhung sorgte kaum für Euphorie – viele Marktteilnehmer werten das Fed-Stillhalten ohnehin nur als vorübergehend.

Am Abend richtet sich der Blick auf die US-Techgiganten Apple und Amazon, die nach Börsenschluss ihre Quartalszahlen vorlegen. Nach den bereits verarbeiteten Berichten von Microsoft und Meta dürfte das die nächste Bewegung für die Einzeltitel liefern – der Index selbst wird davon aller Voraussicht nach unbeeindruckt bleiben.

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