DAX: Anleihemarkt drückt Index
Inflationssorgen und steigende Renditen setzen den DAX unter Druck; Infineon gewinnt, während Vonovia nachgibt.

Kurz zusammengefasst
- DAX verliert 1,2 Prozent im Frühhandel
- Anleiherenditen verstärken den Verkaufsdruck
- Infineon führt mit 1,7 Prozent Plus
- Vonovia gibt um 2,2 Prozent nach
Der Oktober beginnt mit einem Dämpfer: Der DAX rutscht unter die Marke von 25.000 Punkten. Damit endet eine Phase von gut zwei Monaten, in denen sich der Leitindex von dieser Schwelle nach oben absetzen konnte.
Renditen geben den Takt vor
Im frühen Handel verlor der Index 1,2 Prozent auf 24.900 Zähler, der tiefste Stand seit Ende Juli. Der MDax gab 1,3 Prozent nach, der EuroStoxx 50 rund ein Prozent. Auslöser sind Inflationssorgen und die Befürchtung steigender Zinsen.
Hohe Teuerungszahlen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern hatten schon am Mittwoch belastet. Für Jochen Stanzl von der Consorsbank bleiben die Anleiherenditen der wichtigste Taktgeber: „Mit jeder neuen Verkaufswelle am Anleihemarkt wächst der Druck auf den Dax.“ Der September endete für den Index mit einem Minus von vier Prozent. Tags zuvor war er zudem unter die 100-Tage-Linie gefallen, die ihm zuvor noch Halt gegeben hatte.
Wenige Gewinner, Immobilienwerte unter Druck
Starke Zahlen des US-Chipherstellers Micron stützten den Markt kaum, da nur wenige Technologiewerte im DAX notiert sind. Infineon setzte sich nach Rekordquartal und optimistischem Ausblick des US-Konzerns mit einem Plus von 1,7 Prozent an die Spitze.
Continental folgte auf Rang zwei mit 0,7 Prozent Zuwachs. Das Management hatte vor der Schweigeperiode vor den Quartalszahlen Anfang November positive Signale gesendet. UBS-Analyst David Lesne hält eine Anhebung der Jahresziele für möglich. Das dritte Quartal dürfte demnach den operativen Ergebniskonsens übertreffen. Die Trennung von ContiTech sieht er um den Jahreswechsel herum abgeschlossen.
Am anderen Ende stand Vonovia mit einem Minus von 2,2 Prozent. Immobilienwerte reagieren besonders empfindlich auf steigende Anleiherenditen, auch im MDax und SDax gab es ähnliche Abschläge. Fresenius verlor 1,5 Prozent, obwohl der Konzern die Biopharma-Tochter mAbxience komplett übernehmen will. Für die restlichen 45 Prozent der Anteile zahlt er bis zu 750 Millionen Euro.
Blick auf die US-Daten
Heute rücken in den USA der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe und der Arbeitsmarkt in den Fokus. Eine robuste Wirtschaft hält dort die Zinserwartungen hoch. Fallen die Daten stark aus, dürfte der Druck auf die Anleihemärkte und damit auf den DAX anhalten. Kann der Index die 25.000 Punkte nicht rasch zurückerobern, rückt die Zone um das Juli-Tief in den Blick.
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