DAX: Arbeitsmarktbericht entscheidet
Der DAX steuert auf ein Wochenminus von 1,4 Prozent zu; US-Arbeitsmarktdaten könnten die Zinssorgen verstärken.

Kurz zusammengefasst
- DAX notierte zuletzt bei 24.939 Punkten
- Wochenbilanz deutet auf 1,4 Prozent Minus
- US-Arbeitsmarktbericht steht am Nachmittag an
- Brent-Ölpreis liegt weiter bei rund 102 Dollar
Vor dem Wochenende pendelt der Leitindex um eine Marke, die psychologisch mehr wiegt als ihre Zahl. Der DAX dürfte am Freitag mit leichten Gewinnen starten. Der Broker IG sah ihn zwei Stunden vor Handelsbeginn 0,4 Prozent im Plus bei 25.040 Punkten.
Damit würde der Index die 25.000er-Marke zurückerobern, die er am Vortag erstmals seit Juli unterschritten hatte. Die Wochenbilanz bleibt trotzdem negativ: Auf Wochensicht steuert er auf ein Minus von 1,4 Prozent zu. Zuletzt notierte der DAX bei 24.939 Punkten, das war ein Abschlag von gut einem Prozent. Für den Euro STOXX 50 ging es sogar um knapp 1,5 Prozent abwärts.
Anleihemarkt beruhigt sich, Sorgen bleiben
Auslöser der Schwäche war der jüngste Ausverkauf am Anleihemarkt, der französische Staatsanleihen besonders traf. Steigende Renditen weckten Zweifel an der Tragfähigkeit hoher Staatsschulden. Über Nacht hat sich die Lage etwas entspannt.
An der Wall Street schlossen die Indizes am Donnerstag moderat im Plus, nachdem sie anfängliche Verluste wettgemacht hatten. Der Dow Jones legte geringfügig auf 50.926 Punkte zu. Die US-Futures bestätigten die Erholung im Nachtgeschäft.
Aus Asien kamen dagegen gemischte Signale. Der Nikkei 225 gab rund ein Prozent nach. Der Hang Seng verlor 2,6 Prozent, wobei dort der Handel am Vortag feiertagsbedingt geruht hatte. Chinas Börsen blieben geschlossen.
Gute Daten wären kein Freifahrtschein
Im Mittelpunkt steht am Nachmittag der US-Arbeitsmarktbericht. Ein starkes Ergebnis wäre hier ein zweischneidiges Signal. Ein Händler formuliert es so: Ein konjunkturell gutes Signal würde „das Szenario länger anhaltend hoher Zinsen untermauern“ und den Druck auf Risikoanlagen erhöhen.
Hinzu kommen die Energiepreise. Brent notiert weiter bei rund 102 Dollar je Barrel. Zuletzt hatte die deutsche Inflation den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht, was die Zinssorgen zusätzlich nährt.
Technisch bleibt das Bild angespannt. Der kurzfristige Trend zeigt nach unten, das Momentum lässt nach. Vom Rekordhoch bei 26.618,74 Punkten Ende August ist der Index inzwischen gut 1.500 Punkte entfernt. Hält der DAX nach den US-Daten die 25.000er-Marke, wäre die Rückkehr gelungen. Fällt er am Nachmittag erneut darunter, rückt nach der Unterschreitung vom Donnerstag eine weitere Abwärtsbewegung in den Blick.
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