DAX: Asien-Korrektur drückt auf 24.840
Gewinnmitnahmen in Asien belasten den DAX, der auf 24.840 Punkte fällt. Hochtief leidet unter dem Aufsteigerfluch, Brenntag überzeugt mit einer Prognoseanhebung.

Kurz zusammengefasst
- DAX fällt um 1,2 Prozent
- Asiatische Technologieaktien unter Druck
- Hochtief verliert nach DAX-Aufnahme
- Brenntag hebt Gewinnprognose an
Der DAX startet schwach in den Dienstag. Gewinnmitnahmen an asiatischen Börsen ziehen den deutschen Leitindex nach unten — und das ausgerechnet in Sichtweite des Allzeithochs.
Gegen Mittag notiert der Index bei rund 24.840 Punkten, ein Minus von gut 1,2 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht damit nur noch ein mageres Plus von rund 1,2 Prozent zu Buche. Zum Allzeithoch vom Januar bei 25.508 Punkten fehlen knapp 2,6 Prozent.
Asien zieht die Bremse
In Japan und Südkorea kam es nach jüngsten Rekordständen zu heftigen Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten. In Seoul wurde der Handel zeitweise ausgesetzt. Das reichte aus, um die Stimmung in Frankfurt zu kippen.
Dabei hatte der US-Halbleiterindex SOX am Montag noch einen neuen Höchststand markiert. Marktbeobachter Jochen Stanzl von der Consorsbank bringt es auf den Punkt: „Wir sehen einen in höchstem Maße stimmungsgetriebenen Handel. Gerade in der Nähe von Rekordnotierungen werden Anleger schnell nervös.“
Hinzu kommt ein SpaceX-Effekt. Stanzl verweist darauf, dass Kursverluste bei SpaceX auch andere KI-Titel unter Druck setzen. Kleinanleger hätten beim Börsengang eine große Rolle gespielt — und verkauften nun SpaceX und heiß gelaufene Nebenwerte gleich mit.
Hochtief zahlt den Aufsteigerfluch
Das ausgeprägteste Einzelwert-Muster zeigt Hochtief. Die Aktie verliert zeitweise fast 5,7 Prozent auf 497 Euro. Dabei steckt dahinter keine operative Hiobsbotschaft.
Der Auslöser ist die Mechanik des Indexwechsels. Vor der offiziellen Aufnahme in den DAX kaufen Investoren in Erwartung der Pflichtkäufe passiver Fonds. Genau diese Fonds mussten Hochtief zum Stichtag Montag aufnehmen. Wer zuvor auf diesen Effekt gesetzt hatte, nimmt nun Gewinne mit. Das Muster kennt die Börse als Aufsteigerfluch. Seit Jahresbeginn steht die Aktie trotzdem noch rund 46 Prozent im Plus.
Brenntag stemmt sich gegen den Trend
Auf der Gewinnerseite sticht Brenntag heraus. Der Chemikalienhändler hob am Montagabend seine Gewinnprognose für 2026 an. Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen ein operatives EBITDA von rund 450 Millionen Euro — mehr als der Markt erwartet hatte. Als Treiber nennt Brenntag robuste Nachfrage und verbesserte Margen, teils bedingt durch Marktverwerfungen im Mittleren Osten.
Das Jahresziel klettert auf 1,25 bis 1,40 Milliarden Euro operatives EBITDA. Zuvor hatte Brenntag 1,15 bis 1,35 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die Aktie legt rund 1,4 Prozent zu.
Charttechnik: Unterstützung bei 24.757 Punkten
Charttechnisch hängt kurzfristig viel an der Zone um 24.757 Punkte — dem Tageshoch vom 12. Juni. Hält diese Marke, bleibt das mittelfristige Bild konstruktiv. Bricht sie, wäre das lokale Tief vom 10. Juni bei 24.038 Punkten das nächste Ziel.
Am Nachmittag liefern die Flash-PMI-Daten für Deutschland und die Eurozone den nächsten konkreten Impuls. Für den deutschen Industrie-PMI lag die Prognose bei 54,8 Punkten nach zuvor 55,1. Fällt der Wert deutlich darunter, dürfte das den Druck auf den DAX noch verstärken.
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