DAX: Asien-Optimismus trifft Trägheit
Rheinmetall stürzt nach Fregatten-Storno ab, TKMS legt zu. Asiatische Halbleiter-Rally stützt DAX-Futures.

Kurz zusammengefasst
- DAX fällt unter 21-Tage-Linie
- Rheinmetall verliert 18,7 Prozent
- TKMS profitiert von Fregatten-Auftrag
- Asiatische Märkte treiben Halbleiterwerte
Der Mittwoch hinterließ Spuren. Der DAX schloss mit minus 0,62 Prozent auf 24.740 Punkte und riss dabei die 21-Tage-Linie — ein kurzfristiges Warnsignal, das Marktbeobachter nicht ignorieren. Das Unterschreiten der 25.000-Punkte-Marke war das eine. Der eigentliche Auslöser für die gedrückte Stimmung kam aus dem Rüstungssektor.
Rheinmetall als Belastungstest
Das Verteidigungsministerium stornierte das milliardenschwere Fregattenprogramm F126, für das Rheinmetall kurz vor der Vertragsunterzeichnung stand. Die Übernahme des Projekts von der niederländischen Damen-Gruppe war so gut wie beschlossen — bis zur Kehrtwende. Mit einem Tagesverlust von 18,7 Prozent fiel die Aktie erstmals seit über einem Jahr unter 1.000 Euro und erreichte zeitweise den tiefsten Stand seit März 2025. Kein Wunder, dass das den Index drückte: Rheinmetall zählt zu den Schwergewichten im DAX.
Den Gegenpol bildete TKMS thyssenkrupp Marine Systems. Das Bundesministerium entschied sich stattdessen für acht Fregatten vom Typ Meko A-200 DEU — und verdoppelte damit das ursprünglich angedachte Volumen. TKMS-Papiere sprangen im MDAX um 16,1 Prozent nach oben.
Micron und der Blick nach Osten
Parallel belastete die Zurückhaltung vor den Quartalszahlen von Micron Technology die Stimmung bei deutschen Chipwerten. Infineon verlor weitere 1,2 Prozent. Inzwischen liegen die Micron-Zahlen vor — und in Asien reagierten die Märkte positiv. Halbleiterwerte trieben den Nikkei 225 und den südkoreanischen Kospi an ihre jüngsten Rekordstände. Kioxia und SK Hynix planen zudem ein US-Listing, was zusätzlich Appetit weckte.
Für den DAX-Start am Donnerstag deuten die Futures auf einen weitgehend stabilen Beginn bei rund 24.720 Punkten hin. Die asiatischen Gewinne könnten den Index stabilisieren — entscheidend wird sein, ob die Rheinmetall-Delle als einmaliger Schock abgehakt wird oder ob die technischen Warnsignale weitere Verkäufer auf den Plan rufen. Ein Blick auf die 50-Tage-Linie, die den Index am Mittwochnachmittag bereits aufgefangen hatte, liefert dabei den nächsten Anhaltspunkt.
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