DAX: Bremsspur vor EZB-Entscheid

Der deutsche Leitindex fällt vor der EZB-Sitzung unter die 21-Tage-Linie. Belastungsfaktoren sind steigende Ölpreise und schwache Chipwerte.

Redaktion Stock-World ·
Moderne Glasfassade eines Finanzgebäudes in Frankfurt an einem bewölkten Tag. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX rutscht unter 21-Tage-Linie
  • Ölpreise durch Iran-Konflikt gestiegen
  • Infineon unter Druck nach STMicro-Ausblick
  • EZB-Zinsentscheidung im Fokus

Die Rekordjagd ist erst einmal gestoppt. Nach der kräftigen Erholung der vergangenen Tage tritt der DAX am Tag der EZB-Zinsentscheidung auf die Bremse — Ölpreise und ein Kursrutsch bei Infineon drücken die Stimmung.

Der deutsche Leitindex startete 0,61 Prozent schwächer bei 24.994,05 Punkten und rutschte im Verlauf weiter ab, zeitweise auf 24.943 Zähler. Damit fiel der DAX unter seine 21-Tage-Linie, die aktuell bei 25.086 Punkten verläuft. Auch MDAX und EuroStoxx 50 gaben nach.

Ölpreise und Chipwerte belasten

Die anhaltenden Angriffe im Iran-Konflikt treiben die Ölpreise weiter nach oben und schüren damit Inflationssorgen. Zusätzlich sorgte ein enttäuschender Ausblick von STMicroelectronics für Verunsicherung — die Infineon-Aktie geriet als Reaktion deutlich unter Druck. Aus den USA kamen ebenfalls keine eindeutigen Signale: Alphabet übertraf zwar die Erwartungen der Wall Street, doch die angekündigte Erhöhung der KI-Investitionen belastete die Aktie. An den asiatischen Börsen profitierten immerhin Chipwerte von den Entwicklungen.

EZB im Blick, Rekord bleibt Ziel

Im Zentrum des Handelstages steht die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank. Marktbeobachter rechnen mehrheitlich mit einem unveränderten Leitzins. Die Blicke richten sich bereits auf die Septembersitzung, für die einige Volkswirte eine Zinserhöhung erwarten — ein Umfeld, in dem laut Marktteilnehmern vor allem Geduld gefragt ist.

Vom Allzeithoch ist der Index damit wieder ein Stück entfernt. Die Bestmarke stammt vom 6. Juli und liegt bei 25.900,10 Punkten, der Schlusskurs jenes Tages bei 25.817,89 Zählern. Charttechnisch bleibt der langfristige Aufwärtstrend aber intakt: Die gleitenden Durchschnitte der letzten 20, 50 und 200 Handelstage liefern weiterhin Kaufsignale, gestützt von einem höheren Verlaufstief vom 17. Juli.

Als nächste Hürde gilt das Tagestief vom 7. Juli bei 25.465 Punkten, bevor der Weg zurück zum Rekordhoch frei wäre. Auf der Unterseite markiert die Marke von 24.650 Punkten die Grenze, unterhalb derer das positive Szenario kippen würde. Bis zur Entscheidung der EZB am Nachmittag dürfte der Index in dieser Spanne verharren.

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