DAX: Chipsektor zieht Anleger in Deckung
Trotz Kursrutsch asiatischer Halbleiterwerte und steigender US-Renditen behauptet sich der DAX. Ölpreis und Fed-Protokoll rücken in den Fokus.

Kurz zusammengefasst
- DAX stabil trotz Asien-Turbulenzen
- US-Renditen auf Höchststand seit 2007
- Munich Re übernimmt US-Insurtech At-Bay
- Charttechnik signalisiert weiterhin Kaufsignale
Ein Kurssturz in Seoul und Tokio, aufgeschreckte Anleiheanleger und die Straße von Hormus als Dauerbrenner — der DAX zeigt sich davon erstaunlich unbeeindruckt. Am Mittwochvormittag pendelt der Leitindex im Xetra-Handel bei 26.128 Punkten um seinen Vortagesschluss, während in Asien reihenweise Chipwerte einbrechen.
Der südkoreanische Kospi verlor 5,8 Prozent, Samsung Electronics sackte um 7,8 Prozent ab, SK Hynix sogar um 9,8 Prozent. Auch der japanische Nikkei 225 gab rund 3,2 Prozent nach. Ausgangspunkt der Nervosität war der US-Handel am Dienstag, wo Halbleiterwerte wie Micron, Sandisk und Marvell zwischen sieben und neun Prozent verloren und Nvidia um 2,3 Prozent nachgab.
Zinsen und Öl als Belastungsfaktoren
Hinter dem Ausverkauf steckt vor allem der Anleihemarkt. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen erreichte am Dienstag zeitweise rund 5,34 Prozent — den höchsten Stand seit 2007. Zinssensitive Technologiewerte mit hohem Fremdkapitalanteil geraten dadurch besonders unter Druck.
Hinzu kommt der Ölpreis. Brent kostet aktuell rund 91 Dollar je Barrel, WTI liegt bei etwa 85 Dollar. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Straße von Hormus, wo Washington und Teheran widersprüchliche Signale senden. Am Abend dürfte zusätzlich das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung für Impulse sorgen — Anleger hoffen auf Hinweise, wie die Notenbank den Spagat zwischen Inflationsrisiken und schwächeren Konjunkturdaten bewertet.
Charttechnik bleibt konstruktiv
Trotz fünf roten Tageskerzen in Folge seit dem Allzeithoch vom 12. August bleibt das übergeordnete Bild intakt. Die gleitenden Durchschnitte der letzten 20, 50 und 200 Handelstage liefern weiterhin Kaufsignale, auch wenn die Slow Stochastik zuletzt ein Verkaufssignal ausgelöst hat. Die Marke von 26.000 Punkten hat sich bislang als Stütze erwiesen.
Unter den Einzelwerten sorgte Munich Re für Bewegung: Der Rückversicherer kündigte die Übernahme des US-Insurtechs At-Bay für 575 Millionen Dollar an, die Aktie gab daraufhin leicht nach. Größte DAX-Gewinner waren zuletzt BASF, Deutsche Telekom und MTU Aero Engines, während Scout24, Zalando und Commerzbank die Verliererliste anführten.
Charttechnisch gilt: Ein Anstieg über 26.332 Punkte würde die noch offene Kurslücke vom 17. August schließen und den Weg zum Allzeithoch bei 26.581 Punkten öffnen. Fällt der Index dagegen nachhaltig unter 25.295 Punkte, wäre das intakte Aufwärtsszenario hinfällig.
DAX: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 19. August liefert die Antwort:
Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...