DAX: Die 25.300er-Marke wird zur Belastungsprobe
Ölpreise um 107 Dollar und der höhere EZB-Zins belasten den DAX. Unter 25.300 Punkten droht laut Analyse weiteres Korrekturpotenzial.

Kurz zusammengefasst
- DAX nähert sich wichtiger Unterstützung
- EZB hebt Einlagenzins auf 2,50 Prozent
- Brent erreicht höchsten Stand seit Mai
- VDAX-New steigt auf 18,4 Prozent
Steigende Ölpreise, hartnäckige Inflationssorgen und eine EZB, die gerade erst nachgelegt hat — der DAX steckt in einer Gemengelage, die den Index seit Tagen nach unten drückt. Am Freitag steuert er auf ein weiteres Wochentief zu und nähert sich einer Marke, die über die kommenden Wochen entscheiden könnte.
Öl und Zinsen als Doppelbelastung
Die Notenbank hatte am Donnerstag ihren Einlagenzins von 2,25 auf 2,50 Prozent angehoben — erwartet, aber eben auch ein Signal, dass die Inflationsgefahr ernst genommen wird. Parallel dazu treibt der Ölpreis die Sorgen weiter an: Brent-Rohöl bewegt sich um die 107 Dollar je Barrel und damit auf dem höchsten Stand seit Mai, angetrieben von der Zuspitzung im Nahost-Konflikt.
Steigende Energiepreise gelten als Inflationstreiber par excellence, und genau das lässt Anleger nervös auf die US-Notenbank Fed blicken, die in der kommenden Woche über ihren Leitzins entscheidet.
Zusätzliches Gewicht bekommt das Thema durch die US-Erzeugerpreise, die zuletzt stärker stiegen als erwartet. Fällt auch die US-Verbraucherpreisinflation heute höher aus als prognostiziert, dürfte der Druck auf die Fed weiter zunehmen. Der DAX notierte am Morgen bei rund 25.361 Punkten, ein Minus von etwa 0,8 Prozent und der viertschwächste Handelstag der laufenden Woche.
Charttechnik: 25.300 Punkte als Schlüsselzone
Charttechnisch rückt damit eine Marke in den Fokus, die kaum wichtiger sein könnte: 25.300 Punkte. Rutscht der Index nachhaltig darunter, öffnet sich laut technischer Einschätzung Korrekturpotenzial bis 24.790 und darunter bis 24.480 Punkte. Damit stünde auch die seit Jahresbeginn laufende Ausbildung einer inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation infrage — ein Muster, das eigentlich für eine mittelfristige Bodenbildung sprechen würde.
Auf der Oberseite braucht es dagegen eine zügige Rückkehr über 26.420 Punkte, um die Erholung wieder aufzunehmen und Kurs auf das alte Rekordhoch bei rund 26.570 Punkten zu nehmen. Der Volatilitätsindex VDAX-New kletterte zuletzt von 16,4 auf 18,4 Prozent — ein Zeichen wachsender Nervosität, auch wenn dieser Wert noch im Normbereich liegt.
Asiens Börsen gaben die Richtung bereits vor: Der Nikkei verlor zeitweise mehr als 2 Prozent, der Shanghai Composite gut 1,5 Prozent. Die US-Verbraucherpreisdaten am Nachmittag dürften nun zeigen, ob sich die Zinssorgen weiter verschärfen oder ob der DAX seine 100-Tage-Linie doch noch verteidigen kann.
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