DAX: Diese Woche zählen Zinsdaten und Kapitalmarkttage
Deutsche und europäische Teuerungsdaten sowie US-Arbeitsmarktzahlen prägen die Zinserwartungen; BMW rückt mit seinem Investorentag in den Fokus.

Kurz zusammengefasst
- Deutsche September-Inflation am Mittwoch
- Eurozonen-Teuerungsschätzung folgt am Freitag
- BMW stellt die Neue Klasse vor
- EU-Entscheidung zu JD.com noch offen
Die Berichtssaison in Deutschland und Europa ruht in der kommenden Woche fast komplett. Umso mehr Gewicht bekommen Konjunkturdaten und einzelne Unternehmenstermine, die den DAX in den ersten Oktober-Handelstagen bewegen dürften.
Inflationsdaten als Taktgeber
Am Mittwoch veröffentlicht das Statistische Bundesamt die vorläufige Inflationsrate für September. Im August lag der Wert bei 2,9 Prozent, die Kernrate bei 2,4 Prozent. Kraftstoffe verteuerten sich binnen Jahresfrist um 27,7 Prozent — ein Beleg dafür, wie stark der Ölpreis derzeit auf die Teuerung durchschlägt.
Für die Eurozone folgt am Freitag die Schnellschätzung der September-Inflation. Die EZB hatte den Einlagensatz im laufenden Monat bereits auf 2,50 Prozent angehoben. Bereits am Montag stellt sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments — ein erster Fingerzeig, wie die Notenbank die jüngsten Preisdaten einordnet.
Auf der anderen Seite des Atlantiks steht der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag im Mittelpunkt. Die Fed hatte am 16. September die Zinsen um einen Viertelprozentpunkt auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben und die Inflation als weiterhin erhöht bezeichnet.
Im August entstanden in den USA 162.000 neue Stellen, deutlich mehr als der Zwölfmonatsschnitt von 31.000. Ein zweiter starker Monat würde die These stützen, dass die US-Wirtschaft höhere Zinsen verkraftet — mit Signalwirkung auch für die europäischen Notenbanker.
Kapitalmarkttage und Übernahme-Frist
Für DAX-Anleger bleibt der Blick nach München gerichtet: BMW lädt am Dienstag und Mittwoch zum Kapitalmarkttag, im Zentrum steht die „Neue Klasse“ und die Frage, wie der Konzern Absatz und Marge — insbesondere in China — zurück auf Kurs bringt. Roche, British American Tobacco und Sika folgen mit eigenen Investorentagen im Lauf der Woche.
Auf europäischer Ebene läuft zudem die Frist für die EU-Kommission, über die Übernahme von Ceconomy durch JD.com zu entscheiden — die gesetzliche Frist endet am 23. Oktober, eine Entscheidung könnte aber bereits bis Freitag fallen. Ein Ausgang dieses Verfahrens dürfte über die reine Handelskette hinaus als Signal für grenzüberschreitende Übernahmen europäischer Konzerne gelten.
Der Ölpreis bleibt derweil ein Risikofaktor im Hintergrund: US-Präsident Donald Trump lehnte am Samstag einen iranischen Vorschlag ab, die Straße von Hormus binnen sieben Tagen wieder zu öffnen. Für den DAX heißt das: Energiekosten und Inflationserwartungen bleiben eng verknüpft, bevor am Mittwoch die deutschen September-Zahlen und am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht die Richtung für die Zinserwartungen vorgeben.
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