DAX: Drei Prüfsteine vor der Rekordmarke
Der DAX steht vor seiner Rekordmarke, doch drei Ereignisse könnten die Stimmung trüben. Nvidia-Zahlen, Iran-Sanktionen und die Fed-Rede in Jackson Hole sorgen für Nervosität.

Kurz zusammengefasst
- DAX startet schwächer in die Woche
- Nvidia-Zahlen und Fed-Rede im Fokus
- Halbleiterwerte und Autobauer verlieren
- Anleiherenditen erreichen Höchststände
Der DAX tritt am Montag auf der Stelle. Nach der Erholung vom Freitag rutschte der Index zum Wochenstart wieder unter Druck und notierte rund eine Dreiviertelstunde nach Handelsbeginn bei 26.068 Punkten, ein Minus von 0,26 Prozent. Die Marke von 26.000 Punkten hält damit vorerst — aber die Nervosität ist spürbar.
Der Grund dafür liegt nicht im Tagesgeschehen, sondern in dem, was noch kommt. Gleich drei Termine bündeln sich in dieser Woche zu einem möglichen Belastungstest: die Quartalszahlen von Nvidia am Mittwoch, eine erwartete Präzisierung der US-Sanktionen gegen den Iran und das Notenbanktreffen in Jackson Hole, das am Donnerstag beginnt und am Freitag mit der Rede von Fed-Chef Kevin Warsh seinen Höhepunkt findet.
Marktbeobachter warnen unisono, dass jedes dieser Ereignisse für sich genommen ausreichen könnte, um neue Unruhe auszulösen. Ein Rutsch unter die 26.000er-Marke könnte die Schwankungsbreite spürbar erhöhen.
Halbleiterwerte unter Druck, Autobauer schwach
Unterstützung von außen bekommt der DAX derzeit nicht. Die asiatischen Börsen präsentierten sich zu Wochenbeginn schwach, ausgelöst durch eine Kapitalerhöhung bei Alibaba, die neue Zweifel an der Tragfähigkeit der hohen KI-Investitionen weckte. Der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada hat sich über das Wochenende zusätzlich verschärft, eine Einigung scheiterte in letzter Minute.
Im DAX selbst gerieten Halbleiterwerte im Sog der schwachen asiatischen Konkurrenz unter Druck: Infineon und Elmos verloren jeweils rund ein bis eineinhalb Prozent, Aixtron und Süss Microtec büßten mehr als ein Prozent ein. Siemens Energy, als Profiteur des KI-Strombedarfs eigentlich gefragt, verlor 1,9 Prozent.
Unter den Autotiteln traf es Volkswagen mit minus 2,6 Prozent am härtesten — VW-Chef Oliver Blume hatte die Belegschaft zuvor auf tiefgreifende Einschnitte eingeschworen und von einer globalen Branchenkrise gesprochen. Dagegen zeigten sich Stahl- und Rohstoffwerte wie thyssenkrupp und Aurubis mit Gewinnen von 1,3 beziehungsweise 0,7 Prozent robust.
Anleihemärkte senden Warnsignale
Während Aktien nahe ihren Rekordständen verharren, mahnen die Anleihemärkte zur Vorsicht. Die Rendite dreißigjähriger US-Staatsanleihen erreichte in der vergangenen Woche den höchsten Stand seit 2007, getrieben von Inflationsängsten und der hohen Staatsverschuldung.
Auch in Deutschland kletterten die Renditen zehn- und dreißigjähriger Bundesanleihen auf den höchsten Stand seit 2011. Commerzbank-Analyst Martin Hartmann rechnet dennoch mittelfristig mit weiter steigenden Aktienkursen, gestützt auf robustes Gewinnwachstum und die anhaltende KI-Sonderkonjunktur.
Vom Rekordhoch bei knapp 26.574 Punkten, das der DAX am 12. August erreicht hatte, trennen den Index derzeit noch gut 500 Punkte. Ob dieser Abstand in dieser Woche kleiner oder größer wird, entscheidet sich an den drei großen Terminen: Nvidia-Zahlen am Mittwoch, Iran-Sanktionen und die Fed-Rede am Freitag in Jackson Hole.
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