DAX: Dritter Verlusttag in Folge

Der deutsche Leitindex verliert erneut, angetrieben von geopolitischen Spannungen im Iran und hohen Ölpreisen. Strategen fürchten ein Stagflationsszenario.

Kurz zusammengefasst:
  • Index rutscht auf tiefsten Stand seit Mai 2025
  • Ölpreis um 100 Dollar hält Inflationsängste wach
  • Rüstungs- und Energieaktien als klare Gewinner
  • Zalando springt nach Analysten-Hochstufung deutlich

Der deutsche Leitindex kommt auch am Freitag nicht zur Ruhe. Seit Kriegsausbruch im Iran vor knapp zwei Wochen hat der DAX mehr als sieben Prozent verloren – und ein Ende der Talfahrt ist vorerst nicht in Sicht.

Öl als Taktgeber

Das Nervenzentrum des Marktes liegt derzeit nicht in Frankfurt, sondern am Energiemarkt. Der Preis für ein Barrel Brent pendelt um die 100-Dollar-Marke – noch weit unter dem Wochenhoch von fast 120 Dollar vom Montag, aber hoch genug, um Inflations- und Konjunktursorgen am Köcheln zu halten. Der Iran droht weiterhin mit Angriffen auf die Öl- und Gasinfrastruktur der Golfregion und hat bereits Tanker im Persischen Golf attackiert.

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Die Konsequenz: Anleger meiden vor dem Wochenende gezielt das Risiko. Zu frisch sind die Erinnerungen an die beiden vergangenen Montage, die jeweils mit bösen Überraschungen aufwarteten. Am zurückliegenden Montag war der DAX bis auf 22.927 Punkte gerutscht – das tiefste Niveau seit Mai 2025.

Gegen Mittag notierte der Index bei rund 23.479 Punkten, ein Minus von etwa 0,5 Prozent. Zwischenzeitlich hatte er sogar 23.284 Punkte markiert.

Stagflation als Schreckgespenst

Was Strategen besonders beunruhigt: Je länger die Straße von Hormus blockiert bleibt, desto stärker könnte sich das makroökonomische Bild in Richtung Stagflation verschieben – also stagnierendes Wachstum bei gleichzeitig anziehender Inflation. Dieses Szenario rückt auch die Zinsentscheidungen der großen Notenbanken in der kommenden Woche in den Fokus.

Typische Verlierer in einem solchen Umfeld sind Banken, Rohstoff- und Konsumwerte. Deutsche Bank und Commerzbank verloren heute bis zu 1,5 Prozent. Auf der Gewinnerseite stehen Energie-, Versorger- und Gesundheitswerte sowie Rüstungsaktien: Rheinmetall legte 2,3 Prozent zu, K+S sogar rund drei Prozent – Anleger spekulieren hier auf steigende Düngerpreise infolge wegfallender Kapazitäten in der Nahost-Region.

Einen eigenen Weg ging Zalando: Nach einer Hochstufung durch das Analysehaus Bernstein auf „Market-Perform“ sprang die Aktie um rund acht Prozent nach oben und knüpfte damit an die Rally vom Vortag an. Auch Qiagen legte nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank Research rund 1,2 Prozent zu.

Auf der Verliererseite stachen 1&1 und Mutterkonzern United Internet heraus. Berichte über eine mögliche Übernahme durch Telefónica, die nun wegen des stockenden Netzausbaus in Deutschland auf Eis gelegt sein soll, schickten 1&1 um 8,4 Prozent in den Keller.

Einen kleinen Lichtblick lieferten die deutschen Großhandelspreise: Sie stiegen im Februar um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr – im Einklang mit den vorangegangenen zwei Monaten, aber das 15. Plus in Folge. Entspannung sieht anders aus.

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