DAX: Drittes Rekordhoch der Woche
Der DAX markiert das dritte Rekordhoch der Woche und steuert auf die 26.000 Punkte zu. Versorger und Technologiewerte treiben die Rally an.

Kurz zusammengefasst
- Drittes Rekordhoch der Woche
- Versorger-Rally treibt Index an
- Infineon profitiert von KI-Euphorie
- 26.000 Punkte als nächste Hürde
Der deutsche Leitindex kennt aktuell nur eine Richtung: nach oben. Am Freitag markierte der DAX das dritte Rekordhoch der Woche und schloss bei 25.779,31 Punkten, ein Plus von 0,78 Prozent. Die Wochenbilanz von 4,5 Prozent ist die stärkste seit April 2025. Schon jetzt hat der Index in drei Handelstagen mehr gewonnen als in der kompletten ersten Jahreshälfte.
Rekordserie mit Versorger-Rally
Der Handel am Freitag verlief in mehreren Wellen. Der DAX startete direkt auf einem Allzeithoch von 25.763,97 Punkten, ein Plus von 0,72 Prozent. Am späten Nachmittag kletterte er weiter und erreichte bei 25.826,78 Zählern eine neue Bestmarke.
Treiber war eine klare Sektorrotation. Energieversorger legten kräftig zu, der europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Utilities erreichte das höchste Niveau seit April. Eon führte den DAX mit einem Kurssprung von 4,4 Prozent an. Die nachlassende Angst vor US-Zinserhöhungen half dem kapitalintensiven Sektor besonders.
Auch Technologiewerte erholten sich. Eine Rally bei KI-Aktien aus Asien griff auf Infineon über, die Aktie stieg um 1,4 Prozent. Softwarewerte blieben dagegen unter Druck. Anleger sorgen sich, dass der KI-Boom das Geschäftsmodell klassischer Software-Anbieter bedroht.
Marktbeobachter nennen zwei fundamentale Treiber der Rekordserie: die Aussicht auf eine weniger strenge US-Geldpolitik und das am Vortag verabschiedete Reformpaket aus Berlin. Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets bringt die Stimmung auf den Punkt: „Derzeit herrscht an der Börse eine Mischung aus KI-Euphorie und Konjunkturoptimismus.“
US-Arbeitsmarktdaten vom Vortag dämpften zusätzlich die Sorge vor steigenden Löhnen. Zugleich zeigten sie einen robusten Arbeitsmarkt. Die zweite Reihe lief sogar noch besser: Der MDax legte um 1,38 Prozent auf 32.994,37 Punkte zu. Bis zu seinem fünf Jahre alten Rekord fehlen aber noch einige Schritte.
Charttechnik und Blick auf die Notenbanken
Charttechnisch gilt die runde Marke von 26.000 Punkten als nächste Hürde. Die DZ Bank hält an ihrem Jahresendziel von 27.500 Punkten fest, das noch rund sieben Prozent Potenzial verspricht.
Der Index notiert nur 0,18 Prozent unter seinem Rekordhoch und bereits 5,05 Prozent im Plus für das laufende Jahr. Auf Zwölfmonatssicht steht ein Gewinn von 7,71 Prozent. Der Relative-Stärke-Index liegt bei 66 Punkten – optimistisch, aber noch nicht überkauft.
Auch europaweit zeigte sich das robuste Bild. Der EuroStoxx stieg um 0,8 Prozent auf ein neues Rekordhoch, ebenso der Schweizer Leitindex SMI. Der Londoner FTSE 100 legte nur um 0,25 Prozent zu, das reichte nicht für eine neue Bestmarke.
Ausblick auf die neue Handelswoche
Die neue Woche beginnt verkürzt. Die New Yorker Börse blieb am Freitag wegen der Feierlichkeiten zum 250-jährigen Bestehen der USA geschlossen.
Für die EZB rückt die nächste Zinssitzung am 22. und 23. Juli in den Fokus. Der Markt achtet vor allem auf die Juni-Inflation. Auch die Signale vom EZB-Forum in Sintra zählen, wo Präsidentin Christine Lagarde und Chefvolkswirt Philip Lane die Erwartungen prägen könnten.
Auf Unternehmensseite bleibt Infineon im Blick, wo die Chip-Nachfrage als Kurstreiber gilt. Bei den Autobauern schauen Anleger auf Margen, China-Absatz und Preisdurchsetzung. Premiumhersteller profitieren zwar von Währungsvorteilen, reagieren aber bei schwacher Nachfrage empfindlich auf Rabatte.
Setzt sich die Erholung bei Technologiewerten fort und lassen die US-Zinssorgen weiter nach, dürfte der DAX Kurs auf die 26.000-Punkte-Marke nehmen. Rutscht der Index dagegen unter die jüngsten Verlaufshochs, rücken Konsolidierungstendenzen wieder in den Vordergrund.
DAX: Kaufen oder verkaufen?! Neue DAX-Analyse vom 4. Juli liefert die Antwort:
Die neusten DAX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für DAX-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
DAX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...