DAX: Evonik-Gebot und Notenbanken im Blick
Ölpreise und Frankreichs Finanzlage belasten den DAX; ein unbestätigtes BASF-Gebot stützt Evonik, während Fed und EZB beraten.

Kurz zusammengefasst
- DAX verliert im Mittagshandel 0,7 Prozent
- Brent-Preis liegt bei rund 114 Dollar
- BASF soll Evonik-Gebot erhöht haben
- Fed- und EZB-Entscheide stehen bevor
Der DAX hat den Freitag im Minus verbracht, und die neue Woche verspricht keine Entlastung. Hohe Ölpreise, Unruhe in Frankreich und Zweifel an KI-Bewertungen belasten den Markt. Im Mittagshandel verlor der Leitindex 0,7 Prozent auf rund 25.190 Punkte.
Öl, Frankreich und Geschäftszahlen drücken
Brent kostet rund 114 Dollar je Fass. Berichte über Huthi-Angriffe auf saudi-arabische Energieanlagen und Beschuss von Tankern in der Straße von Hormus treiben den Preis. Ohne Durchbruch in einem der Konflikte dürfte der Druck bleiben, argumentieren Marktbeobachter. Die Risiken für Wachstum und Inflation steigen damit.
Hinzu kommt Frankreich. Der Renditeabstand zwischen französischen und deutschen zehnjährigen Anleihen liegt bei 169 Basispunkten, auf dem Niveau der Schuldenkrise. Am Abend will die Ratingagentur Moody’s ihr neues Länderurteil bekanntgeben, eine Abstufung ist möglich. Schwache Einkaufsmanagerdaten aus dem Servicesektor verschärfen die Stimmung.
Auch die Berichtssaison liefert Schreckreaktionen. Im DAX gaben MTU um 4,2 Prozent nach. Auslöser war Safran, dessen Antriebssparte die Prognose verfehlte; die Aktie brach in Paris um mehr als 8 Prozent ein. Munich Re erholte sich dagegen nach vorläufigen Zahlen. Der Rückversicherer schlug im dritten Quartal die Gewinnerwartungen und peilt nun 6,6 Milliarden Euro für das Gesamtjahr an, zuvor waren es 6,3 Milliarden.
Evonik: BASF soll nachlegen
Ein Lichtblick kam aus dem Chemiesektor. Evonik stieg um 2,6 Prozent auf 21,24 Euro. Im Handel wird auf Berichte verwiesen, wonach BASF das Angebot für Evonik von 22,15 auf 24 Euro je Aktie erhöht haben soll. Bestätigt ist das nicht. Die Spekulation darüber lief seit Längerem. Evonik notiert deutlich unter beiden Geboten, offenbar zweifeln Anleger, ob es zum Abschluss reicht.
Fed und EZB als Wochenhöhepunkt
Technisch rutschte der DAX vor dem Wochenende unter die 21-Tage-Linie, hielt sich aber klar über 25.000 Punkten. Die Anleger agierten mit angezogener Handbremse, sagt Timo Emden von CapTrader. Beobachter sehen eher eine Umschichtung von Tech in defensive Werte als einen flächendeckenden Ausverkauf.
Der Kalender ist dicht. Zum Wochenstart erscheint das Ifo-Geschäftsklima. Am Mittwoch entscheidet die Fed, sechs Tage vor den US-Zwischenwahlen. Robert Greil von Merck Finck erwartet trotz steigender Inflation keine Zinserhöhung, ebenso wenig am Donnerstag bei der EZB. Für Dezember hält er bei beiden Notenbanken eine weitere Anhebung für wahrscheinlich.
Mittwoch und Donnerstag legen zudem Alphabet, Microsoft und Amazon Zahlen vor. Aus dem DAX berichten BASF, Deutsche Bank, Mercedes-Benz und Volkswagen. Fällt die Tech-Reaktion schwach aus, wäre die 25.000-Punkte-Marke der nächste Prüfstein.
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