DAX: EZB-Termin am 23. Juli

Krieg im Nahen Osten und Ukraine sowie EZB-Zinsentscheid drücken auf die Stimmung. Der DAX verliert an Boden und bleibt unter 25.000 Punkten.

Redaktion Stock-World ·
Eine Euro-Münze mit einer angedeuteten EZB im Hintergrund, auf einem dunklen Holztisch, professionelle redaktionelle Fotografie. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX fällt unter 25.000 Punkte
  • US-Angriffe auf Iran eskalieren
  • EZB-Zinsentscheid am Donnerstag
  • US-Tech-Quartalszahlen im Fokus

Nachdem der DAX am Freitag mit einem Minus von 0,67 % bei 24.830,98 Punkten aus dem Handel ging, bleibt die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Zählern vorerst außer Reichweite. Während die geopolitische Lage im Nahen Osten und in Osteuropa eskaliert, warten Marktteilnehmer auf geldpolitische Orientierung durch die Europäische Zentralbank sowie richtungsweisende Quartalszahlen aus dem US-Technologiesektor.

Eskalation im Nahen Osten belastet die Stimmung

Die Lage am Persischen Golf hat sich am Wochenende dramatisch zugespitzt. Medienberichten zufolge bombardierten US-Streitkräfte Ziele im Iran bereits die achte Nacht in Folge. Als Reaktion griffen iranische Revolutionsgarden einen US-Stützpunkt in Jordanien an, wobei zwei Soldaten getötet wurden. Die Zahl der getöteten US-Angehörigen in diesem Konflikt stieg damit auf insgesamt 16. Parallel dazu meldete die Ukraine einen massiven russischen Angriff auf Kiew, bei dem über 40 Raketen und eine dreistellige Anzahl an Drohnen zum Einsatz kamen. Diese kriegerischen Auseinandersetzungen lassen die Risikoaversion steigen, zumal ein Mitte Juni geschlossenes Rahmenabkommen am Golf als hinfällig gilt.

Warten auf die Europäische Zentralbank

Am Donnerstag, den 23. Juli 2026, richten sich die Blicke auf Frankfurt. Die EZB entscheidet über die Leitzinsen im Euroraum, wobei Analysten mehrheitlich eine Zinspause erwarten. Die Inflationsrate in der Eurozone sank im Juni auf 2,8 %, was den Druck für weitere Erhöhungen minderte. Experten der Dekabank rechnen derzeit nicht mit klaren Marktbewegungen durch die Notenbank, da eine Bestätigung des aktuellen Niveaus als weitgehend eingepreist gilt. Dennoch könnten Signale für die kommenden Monate die Volatilität beeinflussen.

Berichtssaison und technische Verfassung

Flankiert wird das Marktgeschehen von der US-Berichtssaison. Nach dem schweren Kurssturz von IBM am vergangenen Dienstag blicken Investoren nun auf Alphabet und Tesla, die am 22. Juli ihre Zahlen vorlegen. Im DAX selbst zeigt sich das Bild technisch angeschlagen. Aktuell notiert der Index rund 4,13 % unter seinem im Juli erreichten 52-Wochen-Hoch.

Zusätzlich drückt eine Investitionsflaute im deutschen Mittelstand auf die Stimmung. Laut aktuellen Erhebungen planen lediglich 52 % der Betriebe neue Investitionen – dies ist der niedrigste Stand seit dem Jahr 1995. Während Einzelwerte wie Wacker Neuson nach einer Anhebung der Jahresziele zulegen konnten und die UBS das Rating für Schaeffler aufgrund von Chancen in der Robotik auf Neutral hob, bleibt die fundamentale Lage für den breiten Markt vorerst angespannt.

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