DAX: Frankreichs Anleihen bremsen Erholung
Politische Unsicherheit und hohe Renditen bremsen den DAX; Rheinmetall führt die Gewinnerliste an, Bayer bildet das Schlusslicht.

Kurz zusammengefasst
- DAX schließt mit 0,09 Prozent Plus
- Französischer Renditeaufschlag über 150 Basispunkte
- Rheinmetall gewinnt 2,4 Prozent
- Bayer verliert trotz Ohio-Werkplänen 2,2 Prozent
Der DAX tritt auf der Stelle, während am Rentenmarkt Erinnerungen an die Eurokrise hochkommen. Der Leitindex schloss am Montag mit 25.254 Punkten kaum verändert, ein Plus von 0,09 Prozent. Hohe Ölpreise, steigende Renditen und politische Unsicherheit in Europa halten Anleger zurück.
Frankreich im Zentrum der Sorgen
Auslöser ist der Anleihemarkt. Der Renditeaufschlag zehnjähriger französischer Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen weitete sich am Freitag auf mehr als 150 Basispunkte aus. Das ist der höchste Wert seit der Schuldenkrise von 2011. Zum Wochenstart beruhigte sich die Lage etwas, die Rendite französischer Papiere fiel von fast fünf auf rund 4,85 Prozent.
Der Euro leidet unter der Unsicherheit und rutschte auf den niedrigsten Stand seit gut anderthalb Jahren. Für die Aktienmärkte blieben die Folgen begrenzt. Der Pariser CAC 40 verlor 0,8 Prozent, der DAX hielt sich stabiler.
Hinzu kommt Spanien: Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte nach gescheiterten Dekreten gegen die Wohnungsnot Neuwahlen für den 29. November an. Die Börse in Madrid reagierte mit einem Plus von 1,1 Prozent.
Gewinner und Verlierer im Index
Vom Rekordhoch bei 26.618 Punkten Ende August ist der DAX noch ein Stück entfernt. Das Tief der Vorwoche lag bei 24.831 Punkten, dem niedrigsten Stand seit Ende Juli. Die Erholung speiste sich zuletzt aus einem schwächer als erwarteten US-Arbeitsmarktbericht, der Zinssorgen milderte.
Am Montag führte Rheinmetall mit 2,4 Prozent die Gewinnerliste an, Marktbeobachter sprechen von einer technischen Gegenbewegung. Continental legte 1,3 Prozent zu, nachdem Morgan Stanley die Aktie auf „Overweight“ hochgestuft hatte. Auch VW und Mercedes-Benz gewannen, obwohl der Ifo-Index der Autobranche überraschend schwach ausfiel.
SAP stieg um 0,6 Prozent. Das milliardenschwere Übernahmeangebot von Schneider Electric für den US-Softwarekonzern PTC rückte Softwarewerte in den Fokus. PTC sprang um rund 34 Prozent, Schneider verlor in Paris etwa zehn Prozent.
Am Ende des Index standen Bayer mit einem Minus von 2,2 Prozent trotz Plänen für ein neues Pharmawerk in Ohio sowie Infineon nach der jüngsten Rally mit minus 1,8 Prozent.
Was jetzt zählt
Die Rahmenbedingungen bleiben zäh. Brent notiert weiter über 100 Dollar, die Straße von Hormus bleibt nach Angaben aus Teheran gesperrt. Die zehnjährige US-Rendite liegt bei hohen 5,32 Prozent.
Die Hoffnung ruht auf der anstehenden Berichtssaison. Starke Zahlen der Hyperscaler und Halbleiterkonzerne sollen zeigen, ob die zuletzt von wenigen Schwergewichten getragene Wall-Street-Rally breiter wird. Auf der Datenseite bleibt die Woche ruhig, sodass Öl und Anleiherenditen weiter den Takt vorgeben dürften.
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