DAX: Fünfte Bestmarke in Folge
Der DAX markiert das fünfte Allzeithoch in Folge und schließt mit einem Wochenplus von 4,5 Prozent. KI-Euphorie und Konjunkturoptimismus treiben die Rally an.

Kurz zusammengefasst
- Fünftes Allzeithoch in dieser Woche
- Wochenplus von 4,5 Prozent erzielt
- Eon führt Gewinnerliste an
- Reformpaket als struktureller Treiber
Der DAX kennt in dieser Woche nur eine Richtung. Nach der Bestmarke vom Donnerstag legte der deutsche Leitindex auch am Freitag nach und markierte im Handelsverlauf bei 25.826,78 Punkten ein neues Allzeithoch. Zum Handelsschluss stand ein Plus von 0,78 Prozent auf 25.779,31 Zähler zu Buche — binnen drei Handelstagen hat der Index damit mehr gewonnen als in der gesamten ersten Jahreshälfte.
Die Wochenbilanz von 4,5 Prozent ist die stärkste seit April 2025. Rückenwind kam ausgerechnet aus einer ruhigen Ecke: Die US-Börsen blieben wegen des Feiertags „Independence Day“ geschlossen, sodass der Dax ungestört von Übersee-Volatilität durchziehen konnte.
KI-Euphorie trifft Konjunkturoptimismus
Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets brachte die Stimmung auf den Punkt: eine Mischung aus KI-Euphorie und Konjunkturoptimismus treibe die Kurse. Schwächere US-Arbeitsmarktdaten vom Vortag hatten Sorgen vor einer Lohn-Inflation gedämpft, ohne gleichzeitig Rezessionsängste zu schüren — ein „Goldlöckchen-Szenario“, wie es Ökonomen nennen. Parallel dazu drehte der südkoreanische Kospi nach einer Korrektur von rund 15 Prozent wieder ins Plus und stützte die Risikobereitschaft auch hierzulande.
Im Index selbst führten Eon mit einem Plus von rund vier Prozent die Gewinnerliste an. Daimler Truck, Hochtief, Siemens und Gea folgten mit Aufschlägen von jeweils über zwei Prozent. Die zweite Reihe zog kräftiger mit: Der MDAX kletterte um 1,38 Prozent auf 32.994,37 Punkte und nähert sich damit seinem fünf Jahre alten Rekord.
Reformpaket als Kurstreiber
Als strukturellen Auslöser der Rally nannte die DZ Bank neben der lockereren US-Geldpolitik das in Berlin verabschiedete Reformpaket zu Steuern, Arbeit und Entbürokratisierung. Die Bank hält an ihrem Jahresendziel von 27.500 Punkten fest — ein Potenzial von fast sieben Prozent. Vor der nächsten Etappe steht aber erst eine Hürde bei 26.000 Zählern, die laut Lipkow trotz des jüngsten Ausbruchs noch keineswegs automatisch fällt.
Am Montag rückt die nächste politische Weichenstellung ins Blickfeld: Das Bundeskabinett will den Entwurf für den Haushalt 2027 beschließen. Bundeskanzler Merz mahnte bereits, die Staatsverschuldung müsse unter Kontrolle bleiben — die Spielräume seien begrenzt.
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