DAX: Geopolitik erzwingt Rückzug
Der deutsche Leitindex verliert vor Ostern deutlich, angetrieben durch einen eskalierenden Nahost-Konflikt, steigende Ölpreise und daraus resultierende Inflationsängste. Die Anleger reagieren mit Risikoabbau.

Kurz zusammengefasst
- Ölpreisschock durch Nahost-Konflikt belastet Märkte
- Inflationsrisiken in der Eurozone nehmen wieder zu
- Scharfe Sektorentrennung: Energiegewinner, Flugverlierer
- DAX notiert deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt
Ein eskalierender Konflikt im Nahen Osten und ein rasant steigender Ölpreis haben den deutschen Leitindex kurz vor dem Osterwochenende spürbar belastet. Während US-Präsident Donald Trump mit weiteren militärischen Schritten droht, flammen in der Eurozone durch den Energieschock neue Inflationsängste auf. Anleger reagieren auf diese toxische Mischung mit einem konsequenten Risikoabbau.
Verantwortlich für die trübe Stimmung ist primär die Lage rund um die blockierte Straße von Hormus. Die Aussicht auf mehrwöchige Militäroperationen trieb den Preis für Brent-Rohöl drastisch in die Höhe. Das schlägt sich direkt in der Wirtschaft durch: Die Verbraucherpreise in der Eurozone zogen im März auf 2,5 Prozent an, was die Europäische Zentralbank (EZB) bezüglich ihres Zwei-Prozent-Ziels stark unter Zugzwang setzt. Höhere Inflationsrisiken bedeuten steigende Marktzinsen, was insbesondere zinssensible Anlageklassen unattraktiver macht. Seit Jahresanfang verbucht der Leitindex mittlerweile ein Minus von 5,59 Prozent.
Gewinner und Verlierer der Krise
Auf dem Parkett zeigte sich am Donnerstag eine extrem scharfe Sektoren-Trennung. Öl- und Gaswerte sowie Versorger profitierten als klassische defensive Häfen direkt von der Marktlage. Auch die Aktie der Deutschen Börse stemmte sich erfolgreich gegen den Abwärtstrend, gestützt durch die steigende Volatilität und eine positive Analysteneinschätzung von Jefferies.
Auf der Gegenseite litten Fluggesellschaften wie die Lufthansa unter den explodierenden Kerosinkosten. Technologie- und Bankaktien gaben aufgrund der anziehenden Renditen am Anleihemarkt nach. Selbst der Rüstungssektor konnte sich dem breiten Verkaufsdruck letztlich nicht entziehen.
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Blick auf die kommende Woche
Technisch betrachtet haben die Verkäufer das Ruder übernommen. Jeder Erholungsversuch wird derzeit durch dynamische Widerstände im Chart abgewürgt. Der DAX verabschiedete sich am Donnerstag bei 23.168,08 Punkten in die Feiertage und notiert damit knapp vier Prozent unter seinem vielbeachteten 50-Tage-Durchschnitt von 24.121,02 Zählern.
Für die Marktdynamik nach Ostern sind folgende Termine maßgeblich:
* Montag, 6. April: Ablauf der von den USA gesetzten geopolitischen Frist im Iran-Konflikt.
* Dienstag, 7. April: Erster regulärer Handelstag an der Frankfurter Börse nach dem verlängerten Wochenende.
Sollte sich die geopolitische Lage rund um die Straße von Hormus bis zum Handelsauftakt am Dienstag nicht entspannen, droht dem Index ein unmittelbarer Test der tieferliegenden Unterstützungszonen aus dem März.
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