DAX: Hoffnung trifft Realität

Der DAX legte dank eines US-Friedensplans für den Iran-Krieg deutlich zu, verlor aber einen Teil der Gewinne nach düsteren Verhandlungsmeldungen. Ölpreise gaben nach und Einzelwerte wie LANXESS explodierten.

Redaktion Stock-World ·
DAX Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX schließt mit Plus von 1,41 Prozent
  • Brent-Ölpreis fällt zeitweise unter 100 Dollar
  • LANXESS-Aktie schießt nach Analystenaufwertung hoch
  • Ifo-Geschäftsklima erreicht schwächsten Stand seit 2025

Ein US-Friedensplan für den Iran-Krieg — das reichte den Märkten gestern für eine deutliche Erholung. Doch die Euphorie hatte ihre Grenzen. Was steckt dahinter?

Ölpreis gibt nach, DAX legt zu

Der DAX schloss gestern 1,41 Prozent höher bei 22.957 Punkten. Am Morgen hatte der Index die 23.000er-Marke noch beherzt übersprungen — bis die Meldungen aus den Verhandlungen düsterer wurden. Iran bezeichnete die US-Forderungen als unlogisch, woraufhin die frühen Gewinne teilweise wieder abschmolzen. Immerhin: Der Brent-Ölpreis fiel zwischenzeitlich unter 100 Dollar, bevor er sich im späten Handel knapp darüber stabilisierte — ein Signal, das viele Anleger als erste Entlastung werteten. Zum Vergleich: Auf dem Kriegshoch hatte Brent fast 120 Dollar gekostet.

Rückenwind kam auch von der Europäischen Zentralbank, die Bereitschaft signalisierte, die Konjunktur in der Eurozone zu stützen. Das ließ die Renditen der Bundesanleihen leicht fallen — gut für zinssensitive Sektoren.

Siemens Energy voran, LANXESS explodiert

Im DAX führte Siemens Energy mit einem Plus von 4,6 Prozent die Gewinnerliste an. Der Titel hatte im Verlauf des Krieges fast 20 Prozent verloren — da war Nachholbedarf vorhanden.

Noch dramatischer die Entwicklung im MDAX: LANXESS schoss um mehr als 17 Prozent nach oben. JPMorgan drehte seine Einschätzung von „Underweight“ auf „Overweight“ und sieht den Kölner Chemiekonzern als einen der stärksten Nutznießer des aktuellen Kriegsumfelds. Vom Tief seit 2009, das erst am Montag erreicht wurde, hat sich die Aktie damit bereits um rund 50 Prozent erholt.

Aixtron durchbrach erstmals seit mehr als zwei Jahren die Marke von 35 Euro und verteuerte sich um 8,8 Prozent. Im bisherigen Jahresverlauf 2026 hat sich der Kurs damit mehr als verdoppelt — der stärkste Zuwachs unter den deutschen Standardwerten.

Trübe Stimmung als Kulisse

Die Freude an den Börsen lässt sich allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Iran-Krieg bereits tiefe Bremsspuren hinterlässt. Das Ifo-Geschäftsklima fiel im März auf 86,4 Punkte — den schwächsten Stand seit Februar 2025. Und auch britische Verbraucherdaten zeigen: Die Stimmung der Haushalte ist auf den tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung gesunken, angetrieben von Inflationsängsten und steigenden Energiekosten.

Der gestrige Handelstag war damit ein klassischer Hoffnungstag — getragen von Gerüchten, gebremst von der Realität.

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