DAX: Hormus-Hoffnung drückt Ölpreis
Der Leitindex legte um 0,8 Prozent zu; Brent fiel unter 100 Dollar, während deutsche Industrieaufträge im August zurückgingen.

Kurz zusammengefasst
- DAX schloss bei 25.449 Punkten
- Brent sank unter 100 Dollar je Fass
- Auftragseingänge fielen im August um 10,6 Prozent
- SGL Carbon gewann nach Prognoseanhebung rund elf Prozent
Ein Haushaltsplan aus Paris, ein Ölpreis unter 100 Dollar und ein Rekordhoch an der Nasdaq: Der deutsche Leitindex hat am Dienstag gleich mehrere Belastungen abgeschüttelt. Selbst ein zweistelliger Einbruch bei den Industrieaufträgen bremste ihn nicht. Der DAX schloss 0,8 Prozent höher bei 25.449 Punkten.
Öl und Anleihen drehen die Stimmung
Der Ölpreis lieferte den ersten Impuls. Brent fiel unter die Marke von 100 Dollar je Fass. Hoffnungen auf eine ruhigere Lage an der Meerenge Bab el Mandeb und Berichte über Gespräche zur Öffnung der Straße von Hormus stützten die Märkte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gab auf 5,26 Prozent nach.
Den zweiten Impuls setzte Frankreich. Marine Le Pen, derzeit Favoritin für die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr, legte einen Haushaltsplan vor. Das Defizit soll bis 2032 unter drei Prozent der Wirtschaftsleistung sinken. Der Renditeabstand zwischen französischen und deutschen Staatsanleihen schrumpfte daraufhin auf 127 Basispunkte, zuvor waren es über 160.
Die Deutsche Bank sieht keine neue Staatsschuldenkrise heraufziehen. Anleger sicherten vor allem erhöhte Unsicherheit ab.
Aufträge, Pharma, Rüstung
Die deutschen Auftragseingänge sanken im August um 10,6 Prozent. Der Grund: weniger Rüstungs-Großaufträge. Ohne diese lag das Minus nur bei 0,1 Prozent, weshalb der Markt kaum reagierte.
Im Index trieben Pharmawerte die Kurse. Merck KGaA gewann 2,2 Prozent, Marktteilnehmer verwiesen auf die geplante Übernahme von Option Care Health durch McKesson und Clayton Dubilier. Continental legte um 2,8 Prozent zu, SAP kletterte um fast zwei Prozent auf 188,60 Euro.
Rheinmetall verlor dagegen 2,8 Prozent und war schwächster Wert. Auch Deutsche Telekom und MTU Aero Engines gaben nach. Im MDAX traf es Hensoldt und Renk, bei SGL Carbon sorgte eine angehobene Prognose für einen Sprung um rund elf Prozent.
Marken im Blick
Technisch bleibt die Zone um 25.500 Punkte die Hürde, wie ein Marktanalyst von IG anmerkt. In der Vorwoche war der Index bis auf 24.831 Punkte gefallen. Das Rekordhoch vom 28. August liegt bei 26.618,74 Punkten intraday.
Der Wochenkalender bleibt dünn. Am Donnerstag legt TSMC Umsatzzahlen vor, zudem beginnt in den USA die Berichtssaison mit PepsiCo und Delta Air Lines. Bis dahin dürften Energiepreise und Anleiherenditen das Tempo vorgeben.
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