DAX: Ifo-Schock auf 84,4 drückt Index

Schlechte ifo-Daten und die Eskalation im Nahen Osten drücken den deutschen Leitindex. Investoren flüchten in defensive Werte.

Redaktion Stock-World ·
DAX Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • ifo-Geschäftsklima auf Tiefstand seit 2020
  • Sektorrotation hin zu Rüstung und Energie
  • Ölpreis steigt, Inflationsängste kehren zurück
  • DAX testet wichtige Unterstützung bei 24.000 Punkten

Die geopolitische Lage im Nahen Osten eskaliert. Parallel dazu bricht die Stimmung in den deutschen Chefetagen massiv ein. Diese Kombination drückt den DAX am Montag ins Minus. Der deutsche Leitindex kämpft nach einem schwachen Handelsstart um seine aktuellen Unterstützungsniveaus.

Am Vormittag sorgte der ifo-Geschäftsklimaindex für zusätzliche Verkäufe. Das Barometer fiel auf 84,4 Punkte. Das ist der tiefste Stand seit Mai 2020. Besonders die Geschäftserwartungen trübten sich angesichts des Iran-Konflikts drastisch ein.

Aktuell notiert der DAX bei rund 24.136 Zählern und verbucht ein leichtes Tagesminus. Der Index testet derzeit seine langfristige Trendlinie. Der 200-Tage-Durchschnitt verläuft bei 24.115 Punkten und bietet eine erste Haltezone. Seit Jahresanfang steht ein moderater Verlust von 1,67 Prozent auf der Kurstafel.

Flucht in Rüstung und Energie

Am Markt findet eine klare Sektorrotation statt. Krisenprofiteure und defensive Werte ziehen an. Siemens Energy klettert um 4,2 Prozent nach oben. Rheinmetall verbucht ein Plus von 1,9 Prozent. Investoren suchen angesichts der Unsicherheit gezielt nach Rüstungs- und Energietiteln.

Auf der Verliererseite stehen exportabhängige und zyklische Unternehmen. Bayer verliert 4,5 Prozent an Wert. Marktbeobachter verweisen auf mögliche Blockaden wichtiger Handelsrouten für das Agrargeschäft. Auch der Triebwerksbauer MTU gerät wegen Sorgen um den zivilen Luftverkehr im Nahen Osten unter Druck.

Ölpreis schürt neue Inflationsängste

Im Hintergrund treibt der Konflikt die Rohölpreise nach oben. Das weckt neue Inflationssorgen und lässt die Renditen deutscher Staatsanleihen steigen. Aktien werden im direkten Vergleich teurer. Institutionelle Anleger sichern ihre Portfolios bereits ab. Das Put-Call-Verhältnis an der Eurex stieg am Vormittag auf 1,12.

Am Nachmittag richtet sich der Blick auf die Wall Street. Bestätigen die US-Börsen ihre schwache Vorbörse, rückt beim DAX die runde Marke von 24.000 Punkten in den Fokus. Offizielle Stellungnahmen aus Brüssel zum Iran-Konflikt könnten im Tagesverlauf zusätzliche Volatilität auslösen.

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