DAX: Infineon springt an die Spitze
Nur 29.000 neue US-Stellen im September stärkten Zinspausenhoffnungen; Infineon führte mit einem Plus von 8,8 Prozent den DAX an.

Kurz zusammengefasst
- US-Beschäftigungszuwachs blieb deutlich hinter Erwartungen
- DAX gewann 1,2 Prozent auf 25.230,26 Punkte
- G7 vereinbarten Reservefreigabe über vier Monate
- Infineon legte an der Spitze 8,8 Prozent zu
Ein überraschender Dämpfer am US-Arbeitsmarkt hat den Zinssorgen an den internationalen Börsen die Schärfe genommen. Im September entstanden in den USA lediglich 29.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft, während Volkswirte im Vorfeld mit einem Zuwachs von rund 90.000 gerechnet hatten.
Die deutliche Verlangsamung des Beschäftigungswachstums nährte bei Anlegern die Hoffnung auf eine Zinspause der US-Notenbank Federal Reserve bei ihrer anstehenden Sitzung.
Der DAX knüpfte an diesen Stimmungsumschwung an und schloss gestern mit einem Tagesplus von 1,2 Prozent bei 25.230,26 Punkten. Das Börsenbarometer konnte damit das Niveau über der runden 25.000er-Marke zurückgewinnen, die am Vortag vorübergehend unterschritten worden war. Mit diesem Schlussstand notiert der Leitindex zudem wieder über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 24.856,05 Punkten.
Entlastung an Zins- und Energiemärkten
Die schwachen US-Arbeitsmarktdaten führten an den Terminmärkten zu einer spürbaren Neubewertung der geldpolitischen Aussichten. Händler reduzierten die eingepreiste Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt der Fed Ende Oktober deutlich. Diese Entwicklung stützte die Kurse an den globalen Handelsplätzen, da steigende Refinanzierungskosten in den vergangenen Wochen die Risikofreude der Marktteilnehmer spürbar gebremst hatten.
Zusätzlichen Rückenwind lieferte eine Entspannung auf den Energiemärkten. Die G7-Staaten vereinbarten die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus Notfallreserven über einen Zeitraum von vier Monaten. Die koordinierte Maßnahme soll Versorgungsengpässen vorbeugen und den Kostendruck in der Wirtschaft lindern.
In der Folge gaben die Ölpreise spürbar nach, wobei die Notierung für Rohöl der Sorte Brent zeitweise unter die Marke von 100 US-Dollar je Barrel sank. Dies verschaffte den europäischen Indizes eine willkommene Atempause, nachdem die Inflation in der Eurozone im September mit 3,8 Prozent nach 3,2 Prozent im August zuletzt wieder angezogen hatte.
Halbleiter führen die Gewinnerliste an
Im Leitindex setzten vor allem technologie- und zukunftsorientierte Einzeltitel den Ton an. Die Aktie von Infineon setzte sich mit einem Kurssprung von 8,8 Prozent an die Spitze der Kursliste.
Der Halbleiterkonzern profitierte dabei von einer breiten Sektorerholung, die durch eine weiterhin robuste Nachfrage nach Spezialchips für Künstliche Intelligenz und Rechenzentren getragen wurde. Auch die Papiere von Hochtief und Siemens Energy verzeichneten Kursgewinne.
Auf der Verliererseite standen hingegen die Papiere aus dem Finanzsektor. Die Commerzbank gab um rund zwei Prozent nach, belastet durch eine Abstufung durch RBC auf „Sector Perform“. Im Schlepptau dieser Neubewertung geriet auch die Deutsche Bank unter Druck und verbuchte spürbare Kursabschläge.
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