DAX: Iran-Deal öffnet neue Türen
Das Friedensabkommen zwischen USA und Iran treibt den DAX auf neue Höhen. Fallende Ölpreise und sinkende Inflation stützen die positive Marktstimmung.

Kurz zusammengefasst
- Iran-Deal beendet Krieg offiziell
- Ölpreise fallen um rund fünf Prozent
- DAX-Future steigt auf 25.015 Punkte
- EZB-Zinserhöhung rückt in den Hintergrund
Der Iran-Krieg ist zumindest auf dem Papier beendet — und die Märkte reagieren mit Erleichterung. Das finalisierte Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran setzt eine Kette positiver Impulse in Gang, die den deutschen Leitindex zum Wochenstart kräftig anschieben.
Was der Deal konkret bedeutet
Der iranische Nationale Sicherheitsrat hat das Abkommen unter Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei offiziell bestätigt. Es umfasst ein sofortiges Kriegsende an allen Fronten inklusive Libanon sowie die vollständige Aufhebung der US-Seeblockade. Die für den globalen Ölhandel entscheidende Straße von Hormus soll nach abgeschlossener Minenräumung am Freitag — nach der formellen Unterzeichnung in der Schweiz — wieder geöffnet werden.
Die Folge: Ölpreise fallen um rund fünf Prozent. Das drückt den Inflationsdruck spürbar, was angesichts der jüngsten EZB-Zinserhöhung — der Einlagesatz wurde auf 2,25 Prozent angehoben — wie ein Gegengewicht wirkt. Ein deutlicher Rückgang der Energiekosten könnte selbst diese Erhöhung schnell in den Hintergrund rücken.
DAX testet die 25.000er-Marke
Im frühen Handel taxierte der DAX-Futures-Kontrakt auf rund 25.015 Punkte — ein Plus von knapp 1,6 Prozent gegenüber dem Xetra-Schluss vom Freitag bei 24.683 Punkten. Gelingt es dem Index, sich über der 25.000er-Marke zu etablieren, rückt die nächste charttechnische Hürde bei gut 25.500 Punkten ins Blickfeld. Knapp darüber liegt das Allzeithoch vom Januar 2026 bei 25.507 Punkten.
Die DZ Bank hatte ihr Jahresendziel für den DAX zuletzt auf 27.500 Punkte angehoben — eine Marke, die das bisherige Rekordhoch deutlich übertreffen würde. Grundlage dieser Einschätzung war explizit eine Deeskalation im Persischen Golf. Dieser Fall tritt nun ein.
Weitere Impulse der Woche
Neben dem Geopolitik-Rückenwind stehen diese Woche weitere marktbewegliche Ereignisse an: Die Fed tagt unter neuem Vorsitzenden Kevin Warsh. Eine Zinserhöhung gilt als unwahrscheinlich, klare Signale für künftige Schritte ebenso. Freitag bringt dann den großen Verfallstag an den Terminbörsen, der erfahrungsgemäß für erhöhte Volatilität sorgt. Außerdem läuft am Dienstag um Mitternacht das UniCredit-Übernahmeangebot für die Commerzbank ab — ein Ereignis, das zumindest den Bankenbereich im DAX bewegen dürfte.
Das Umfeld hat sich innerhalb weniger Stunden grundlegend gewandelt. Ob der Wochenstart-Schwung bis Freitag trägt, hängt maßgeblich davon ab, wie die Unterzeichnung in der Schweiz verläuft und ob die Straße von Hormus planmäßig geöffnet wird.
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