DAX Iran-Lage drückt auf Stimmung

Geopolitische Spannungen im Nahen Osten bremsen die DAX-Erholung und lassen den Index um 0,4 Prozent nachgeben.

Redaktion Stock-World ·
DAX Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX fällt um 0,4 Prozent
  • US-Militäraktionen im Iran-Konflikt
  • Ölpreise steigen wieder an
  • Gewinnmitnahmen bei Merck und Wacker

Die Erholung der vergangenen Tage bekommt am Dienstag ihren ersten ernsthaften Gegenwind. Der DAX gibt rund eine halbe Stunde nach Handelsbeginn um 0,41 Prozent auf 25.285 Punkte nach — moderat, aber symptomatisch für eine Marktlage, in der die geopolitische Unsicherheit wieder die Oberhand gewinnt.

Hoffnung auf Iran-Deal bröckelt

Am Pfingstmontag hatte der Index die 25.000-Punkte-Marke zurückerobert und war bis auf 25.438 Punkte geklettert. Das Rekordhoch aus dem Januar bei 25.507 Punkten schien greifbar. Heute dreht die Stimmung. Auslöser sind neue Militäraktionen der USA im Iran-Konflikt: Trotz einer Waffenruhe im Süden des Landes hat das US-Militär Raketenstellungen angegriffen und Boote attackiert, die Minen in der Straße von Hormus verlegen wollten. Die Hoffnung auf eine rasche Einigung schwindet, die Zweifel wachsen — und die Ölpreise drehen nach deutlichen Rückgängen wieder nach oben.

Aus Asien kamen zuletzt durchwachsene Signale, der EuroStoxx 50 verliert 0,7 Prozent. Die Risikobereitschaft der Anleger ist spürbar gedämpft.

Einzelwerte im Abwind

Auf Unternehmensebene dominieren Abgaben. Merck KGaA verliert 1,9 Prozent auf 127,55 Euro — nach einer Erholungsrally von rund 29 Prozent seit dem Märztief nehmen Anleger Gewinne mit. Das Analystenbild ist gespalten: Jefferies stuft die Aktie neu mit „Hold“ und einem Kursziel von 129 Euro ein, während JPMorgan sie weiterhin als unterbewertet erachtet.

Wacker Chemie büßt 3,4 Prozent ein. UBS hob zwar das Kursziel von 84 auf 104 Euro, stufte die Aktien aber von „Buy“ auf „Neutral“ — nach der starken Erholung sei der weitere Spielraum begrenzt. Lufthansa verliert 1,6 Prozent, nachdem Morgan Stanley ein „Underweight“-Votum ausgesprochen hat.

Nicht einmal positive Unternehmensnachrichten helfen. Fresenius Medical Care hat ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von rund einer Milliarde Euro angekündigt — die Aktie halbierte ihr anfängliches Plus von bis zu 1,2 Prozent. Nordex erhielt einen Auftrag für Windturbinen mit 110 Megawatt aus der Türkei, verlor dennoch rund ein Prozent.

Ob der DAX die 25.000-Punkte-Marke als neuen Boden verteidigen kann, hängt jetzt wesentlich davon ab, wie sich die Lage im Nahen Osten in den nächsten Stunden entwickelt. Weitere Eskalationssignale dürften die Gewinnmitnahmen ausweiten — eine Entspannung hingegen könnte den nächsten Anlauf auf das Rekordhoch einleiten.

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