DAX Iran trübt den Juni-Start
Der DAX fällt nach iranischer Drohung zur Sperrung wichtiger Schifffahrtsrouten. SAP stützt, Rüstungswerte geben nach.

Kurz zusammengefasst
- Iran stoppt Nachrichtenaustausch mit USA
- Drohung zur Sperrung wichtiger Meerengen
- DAX und Euro geraten unter Druck
- SAP-Aktie als positiver Gegenpol
Der Juni begann für den DAX freundlich — und endete am Nachmittag doch im Minus. Was den Markt kippte, kam aus Teheran.
Die halbstaatliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete am Montag, dass der Iran den Nachrichtenaustausch mit den USA aus Protest gegen israelische Eskalationen im Libanon einstellen werde. Darüber hinaus hätten der Iran und die sogenannte „Achse des Widerstands“ die vollständige Sperrung der Straße von Hormus sowie der Straße von Bab al-Mandab auf ihre Agenda gesetzt — zwei der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten. Die Reaktion der Märkte war unmittelbar: Der DAX rutschte ins Minus, der Euro fiel auf ein Tagestief gegenüber dem Dollar, Anleiherenditen zogen an, Ölpreise legten zu.
SAP stützt, Rüstung bremst
Ohne SAP wäre die Bilanz noch deutlich schwächer ausgefallen. Die Aktien des Softwarekonzerns kletterten an der DAX-Spitze auf den höchsten Stand seit Mitte März — angetrieben von der anhaltenden KI-Euphorie, die auch Nemetschek und TeamViewer erfasste. Der Markt setzt darauf, dass der KI-Boom Software-Geschäftsmodelle eher befördert als bedroht.
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Gegenläufig entwickelten sich Rüstungswerte. Hensoldt verlor trotz einer optimistischeren Prognose zum freien Cashflow — das Unternehmen rechnet mit höheren Kundenanzahlungen durch beschleunigte Beschaffungsprozesse in Deutschland. Rheinmetall und RENK verbuchten ebenfalls deutliche Abgaben. Offenbar löst die Nahost-Eskalation keine Euphorie mehr aus, wie noch in den vergangenen Monaten.
Rekordhoch bleibt außer Reichweite
Der Abstand zum Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.507 Punkten bleibt vorerst bestehen. In der Vorwoche hatte der DAX im Zuge von Hoffnungen auf ein US-iranisches Rahmenabkommen bis auf 25.438 Punkte zugelegt. Diese Hoffnungen erhielten seither keine neue Nahrung — und heute kam die Gegenbewegung.
Aus den USA kam am Nachmittag ein überraschend starker ISM-Einkaufsmanagerindex für den Servicesektor mit einem Wert von 54,0 — deutlich über den Erwartungen. Die Preiskomponente blieb heiß, was Zinssenkungsfantasien dämpft. JPMorgan-Marktstratege Mislav Matejka sieht für das zweite Halbjahr weiter ein günstiges Chancen-Risiko-Verhältnis und verweist darauf, dass der Markt trotz globaler Rekordstände noch weit von einer Bewertung im Optimalfall entfernt sei. Ob der Iran-Konflikt diese These testet, entscheidet sich wohl in den nächsten Verhandlungsrunden.
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