DAX: Kein Fortschritt?

Der DAX verliert deutlich, angetrieben von hohen Ölpreisen und geopolitischen Spannungen. Die Sorge vor Stagflation und ein gedämpftes Verbrauchervertrauen belasten die Stimmung.

Eduard Altmann ·
DAX Aktie

Kurz zusammengefasst

  • DAX schließt mit deutlichem Minus von 1,5 Prozent
  • Brent-Öl notiert bei rund 109 Dollar pro Barrel
  • Sorge vor Stagflation belastet deutsche Wirtschaft
  • Siemens Energy als größter Verlierer im Index

Der Iran-Konflikt lässt den Märkten keine Ruhe. Heute schloss der DAX mit einem Minus von 1,5 Prozent bei 22.612 Punkten – und damit erneut deutlich im roten Bereich. Der Brent-Ölpreis, der noch am Mittwoch kurzzeitig unter die 100-Dollar-Marke gerutscht war, notiert inzwischen wieder bei rund 109 Dollar. Jeder Handelstag oberhalb dieser Schwelle zermürbt die Stimmung an den Börsen ein Stück weiter.

Stagflation rückt näher

Der Ölpreis ist derzeit das Herzstück der Marktbeobachtung – er gibt den Takt vor, nach dem Anleger ihre Risikobereitschaft neu kalibrieren. Jeder weitere Tag mit Brent über 100 Dollar erhöht den Druck auf Unternehmensbilanzen und Verbraucherstimmung zugleich. Aktuelle Daten der Konsumforschungsinstitute GfK und NIM belegen bereits eine spürbare Eintrübung beim Verbrauchervertrauen.

Besonders beunruhigend: Europa steckt energiepolitisch in einer Zwickmühle. Steigende Preise auf der einen, drohende Wachstumsschwäche auf der anderen Seite – ein Szenario, das Ökonomen als Stagflation bezeichnen und das für die exportabhängige deutsche Wirtschaft besonders schmerzhaft wäre. Auch der Gaspreis legte heute rund fünf Prozent zu und notierte bei 56 Euro pro Megawattstunde.

Zwischen Diplomatie und Drohgebärde

Auf politischer Ebene bleibt die Lage widersprüchlich. Trump behauptet, der Iran dränge auf einen Deal. Teheran hat unterdessen eine Antwort auf den 15-Punkte-Vorschlag der USA übermittelt – unter anderem mit der Forderung nach einem Ende aller Kampfhandlungen. Der US-Sondergesandte zeigt sich optimistisch, konkrete Ergebnisse lassen jedoch auf sich warten. Solange greifbare Fortschritte ausbleiben, schenken Anleger der Diplomatie wenig Glauben.

Das US-Ultimatum läuft am Wochenende ab – was danach kommt, ist offen. Am deutschen Aktienmarkt spiegelt sich diese Unsicherheit in den Kursverlusten wider, die vor allem zuletzt erholt notierende Titel besonders hart treffen. Siemens Energy büßte als größter DAX-Verlierer 5,2 Prozent ein, Aurubis und Thyssenkrupp verloren zwischen 3,6 und 4,5 Prozent.

Auf der Gewinnerseite stachen SMA Solar mit einem Plus von 8,2 Prozent hervor – dank überzeugender Quartalszahlen. Solche Einzeltitel-Geschichten bleiben an einem Tag wie heute allerdings die Ausnahme.

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