DAX: Knapp vor der Bestmarke
Der DAX nähert sich seinem Rekordhoch, getragen von starken Auto- und Rüstungswerten. Technologieaktien geraten unter Druck.

Kurz zusammengefasst
- DAX steigt auf 25.510 Punkte
- Rheinmetall und Mercedes-Benz legen zu
- Technologiewerte weltweit unter Druck
- Ölpreis fällt auf Wochentief
Der DAX schiebt sich Woche für Woche näher an sein Rekordhoch heran – und diesmal sind es nicht die üblichen Tech-Favoriten, die den Index tragen. Ausgerechnet die klassische Autoindustrie liefert am Dienstag den Schub, während Chip- und KI-Werte weltweit unter Druck geraten. Ein Kontrast, der zeigt, wie unterschiedlich die Branchen gerade laufen.
Am Mittag stand der Index bei rund 25.510 Punkten, ein Plus von etwa 0,6 Prozent. Bis zum Rekordstand von vor drei Wochen fehlen keine 400 Punkte mehr. Der MDAX zog sogar um gut 1 Prozent auf 32.443 Zähler an, der Euro Stoxx 50 legte moderat zu.
Autobauer und Rüstung liefern die Musik
Rheinmetall führte die Gewinnerliste mit einem Plus von 4,4 Prozent an und könnte damit seinen seit Januar laufenden Abwärtstrend brechen. Rüstungswerte zeigten sich insgesamt sehr fest. Dicht dahinter folgten die Autobauer: Mercedes-Benz legte nach Quartalszahlen über 4 Prozent zu. Der Konzern kappte zwar die Umsatzprognose für das Gesamtjahr, doch das Pkw-Margenziel blieb bestehen, und der Nettogewinn stieg im zweiten Quartal auf 1,065 Milliarden Euro gegenüber 915 Millionen Euro im Vorjahr. Anleger werteten das als Erleichterung nach einem zuvor schwachen Quartal.
BMW, Volkswagen und Daimler Truck zogen im Windschatten um bis zu 3,7 Prozent nach. Hintergrund ist auch eine neue deutsch-französische Initiative zur Stärkung der Autoindustrie. Beiersdorf und Henkel profitierten zusätzlich von starken Zahlen des britischen Konsumgüterherstellers Unilever und legten je rund 2 Prozent zu.
Bei den Softwarewerten sorgte Bechtle mit einer angehobenen Jahresprognose für ein Kursplus von gut 10 Prozent. Nemetschek bekräftigte nach einem Zukauf seine Jahresziele und gewann mehr als 4 Prozent. TeamViewer musste dagegen erneut einen Umsatzrückgang vermelden und gab trotz unveränderter Prognose rund 2 Prozent nach.
Abstufungen sorgen für Gegenbewegung
Exane BNP Paribas nahm sich gleich zwei Werte vor – mit entgegengesetztem Ergebnis. Fresenius Medical Care wurde von „Neutral“ auf „Underperform“ zurückgestuft und verlor daraufhin gut 1 Prozent. K+S dagegen erhielt ein Upgrade von „Underperform“ auf „Outperform“ und sprang um 5,3 Prozent nach oben.
Auf der Verliererseite sammelten sich derweil Werte mit Technologiebezug. Infineon gab rund 2 Prozent nach, Siemens Energy verlor ähnlich stark. Grund sind wachsende Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms sowie Sorgen über steigende Investitionskosten und Konkurrenz aus China – ein Thema, das zuvor bereits Samsung und SK Hynix in Asien belastet hatte. Der DAX blieb von diesem Ausverkauf weitgehend verschont, weil Technologiewerte im Index ein geringeres Gewicht haben als in vielen anderen Leitindizes.
Stützend wirkte zudem der Ölpreis: Die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den USA und dem Iran drückte Brent auf ein Wochentief und nahm Inflationssorgen etwas Druck. Am Mittwoch und Donnerstag legen mit Microsoft, Meta, Apple und Amazon vier der größten Technologiekonzerne der Welt ihre Zahlen vor – ein Termin, der zeigen dürfte, ob sich die Skepsis gegenüber KI-Werten fortsetzt oder wieder Optimismus zurückkehrt.
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