DAX: Meta zieht die Tech-Welt mit
Der DAX erhält Impulse von Metas KI-Erfolg, niedrigeren Ölpreisen und sinkenden Renditen, während der Iran-Konflikt im Fokus bleibt.

Kurz zusammengefasst
- DAX nimmt 50-Tage-Linie ins Visier
- Meta-Aktie steigt um gut elf Prozent
- Vierter Ölpreisrückgang stützt Aktien
- Iran-Konflikt prägt Anlegererwartungen
Der DAX startet mit leichtem Rückenwind in den Dienstag. Rund zweieinhalb Stunden vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Leitindex 0,2 Prozent höher auf 25.621 Punkte.
Am Vortag hatte sich der Index an seiner 100-Tage-Linie gefangen und um 1,1 Prozent auf 25.575 Punkte zugelegt — nun visiert er die 50-Tage-Linie bei 25.775 Punkten an, die seine Erholung am vergangenen Donnerstag noch gebremst hatte.
Der eigentliche Treiber der Stimmung kommt erneut aus den USA. Meta Platforms verbuchte mit einem Kursplus von gut elf Prozent den stärksten Tagesgewinn seit April 2025 und zog damit den Nasdaq 100 in Reichweite seines Rekords von Anfang Juni.
Anleger feiern den Start der neuen KI-Anwendung Muse, die seit Anfang des Monats für Aufsehen sorgt. Jefferies-Analyst Brent Thill sprach von „allen Anzeichen einer Killer-App“ mit einer Verbraucherakzeptanz, die jene von Anthropics Claude oder Googles Gemini übertreffe.
Ölpreis-Rückgang stützt die Erholung
Der Rückenwind für den DAX kommt nicht nur aus dem Tech-Sektor. Ein vierter Ölpreisrückgang in Folge und sinkende Anleiherenditen hatten am Montag bereits eine Rally bei Chipwerten befeuert.
Infineon, Siemens, MTU Aero Engines, Commerzbank und DHL zählten zu den Gewinnern, während Vonovia unter dem Wahlsieg der Linken in Berlin litt, die große Wohnungsbestände vergesellschaften will. Volkswagen blieb nach der Gewinnwarnung vom Freitag und einer Abstufung durch Kepler Cheuvreux weiter Schlusslicht im Index.
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht heute die UN-Generaldebatte in New York. Anleger hoffen auf Signale für eine Entspannung im Iran-Konflikt, nachdem die Hoffnung auf Gespräche den Brent-Preis binnen vier Handelstagen von fast 110 auf rund 100 Dollar gedrückt hatte.
Über Nacht setzte eine leichte Gegenbewegung ein, Brent notierte bei knapp 101 Dollar. Der Handelstag bringt zudem ein Update von TUI zur Buchungslage sowie am Nachmittag Daten zum Verbrauchervertrauen in der Eurozone.
In Asien setzte sich die positive Stimmung fort: Der südkoreanische Kospi legte im frühen Handel um 1,6 Prozent zu, getrieben vom KI-Schwung aus den USA. Ob der DAX die 50-Tage-Linie bei 25.775 Punkten heute knacken kann, dürfte auch davon abhängen, welche Töne aus New York zum Iran-Konflikt kommen.
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