DAX: Mittwoch entscheidet die Woche
Unternehmensberichte und Notenbankbeschlüsse treffen auf Inflationssorgen und einen belastenden Ölmarkt.

Kurz zusammengefasst
- DAX startet nach Wochenverlust bei 25.182 Punkten
- Brent verteuerte sich binnen einer Woche um sechs Prozent
- Deutsche Bank, Mercedes-Benz und BASF berichten Mittwoch
- Fed und EZB entscheiden über ihren Zinskurs
Nach einem Wochenminus von 1,72 Prozent geht der DAX mit 25.182 Punkten in die dichteste Berichtswoche des Herbstes. Am Mittwoch bündeln sich Quartalszahlen und Zinsentscheid, dazu kommt ein Ölpreis, der die Stimmung belastet.
Ölpreis und KI-Ausverkauf belasten
Brent legte in der vergangenen Woche um sechs Prozent auf rund 117 Dollar zu, den höchsten Schluss seit April. Am Wochenende spitzte sich die Lage am Golf weiter zu: Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden liefen zwei Supertanker in der Straße von Hormus auf Seeminen. Die Huthis meldeten zudem Raketenangriffe auf saudische Ziele, die abgefangen wurden. Unabhängig bestätigt sind die Angaben zu Angriffen auf Ölanlagen nicht.
Ein US-Angriff auf Iran blieb bis Sonntagmorgen aus. Viele Beobachter rechnen mit Schlägen frühestens nach den Kongresswahlen am 3. November. Für Montag droht damit ein weiterer Ölpreisschub.
Hinzu kam ein Ausverkauf bei KI-Werten. SAP setzte mit einem Plus von 28 Prozent beim Cloud-Auftragsbestand einen Lichtblick.
Der Mittwoch als Großkampftag
Morgens berichten Deutsche Bank, Mercedes-Benz und BASF. Bei Mercedes steht die Pkw-Marge im Fokus: Sie soll im Zielkorridor von drei bis fünf Prozent bleiben, zuletzt lag sie bei vier Prozent. BASF hatte im Juli die Prognose für das bereinigte EBITDA auf 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro angehoben. Abends folgt Airbus, dem für das Jahresziel von rund 870 Auslieferungen im Schlussquartal noch rund 323 Flugzeuge fehlen.
Am Donnerstag legen Volkswagen und Adidas nach. Bei VW nimmt das Quartal die Gewinnwarnung vom September vorweg: Eine Abschreibung von rund sechs Milliarden Euro auf Porsche drückt die operative Marge im Gesamtjahr auf höchstens rund ein Prozent. Adidas meldete die Eckdaten bereits, das Betriebsergebnis stieg um 37 Prozent, und das Jahresziel liegt nun bei rund 2,5 Milliarden Euro.
Notenbanken setzen den Rahmen
Am Mittwochabend entscheidet die Fed, am Donnerstag die EZB. Beide hoben im September an, nun erwarten Ökonomen überwiegend eine Pause. Die Inflation liegt in der Eurozone bei 3,8 Prozent, eine Mehrheit rechnet mit einer Anhebung im Dezember. Für die Fed preist der Terminmarkt eine weitere Anhebung im Dezember mit rund 80 Prozent ein.
Für den DAX zählt vor allem der Ton: Signalisieren Fed-Chef Warsh und EZB-Präsidentin Lagarde Gelassenheit, stützt das Wachstumswerte und Anleihen. Betonen sie die Inflationsrisiken, steigen die Renditen, die zehnjährige US-Anleihe rentiert bereits bei 4,99 Prozent.
Auftakt am Montag
Den Wochenstart markiert das Ifo-Geschäftsklima um 10:30 Uhr. Erwartet werden 89,8 Punkte nach zuletzt 89,9. Am Freitag folgt das deutsche BIP für das dritte Quartal. Der Markt rechnet mit einem Plus von 0,1 Prozent, die Bundesbank sieht eher Stagnation. Am Mittwoch und Donnerstag legen zudem Microsoft, Alphabet und Amazon in den USA vor, deren Zahlen auch die Stimmung in Frankfurt prägen dürften.
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