DAX: Nahost-Eskalation bremst Erholung
Neue Eskalation im Nahen Osten drückt den DAX unter die 25.000er-Marke. Chipsektor und Versorger leiden, Delivery Hero erhält Uber-Offerte.

Kurz zusammengefasst
- DAX verliert 0,6 Prozent
- Chipwerte wie Infineon unter Druck
- Uber bietet 41,50 Euro für Delivery Hero
- Schaeffler und Knorr-Bremse legen zu
Kaum hatte sich der DAX der 25.000-Punkte-Marke wieder angenähert, kommt der nächste Rückschlag. Neue US-Angriffe auf Iran und die iranische Vergeltung gegen amerikanische Militärbasen in der Golfregion schicken den deutschen Leitindex am Donnerstagmittag wieder deutlich unter diese psychologisch wichtige Schwelle. Der Index verliert rund 0,6 Prozent und rutscht auf etwa 24.860 Punkte ab — nachdem er am Vortag nur knapp darunter geschlossen hatte.
Iran drohte nach den nächtlichen Angriffen mit weiteren Vergeltungsschlägen gegen „Schlüsselziele“ in der Region, sollte die eigene Infrastruktur weiter attackiert werden. Für die Märkte ist das Gift: Die Unsicherheit über die geopolitische Lage überlagert selbst positive Unternehmensnachrichten.
Chipsektor unter Druck, Iran-Sorgen belasten
Besonders hart trifft es die Halbleiterwerte. Infineon verliert deutlich, auch weil starke Quartalszahlen und angehobene Umsatzziele des taiwanesischen Chipherstellers TSMC die Anleger nicht überzeugen konnten. Die Skepsis über die weitere Entwicklung im KI- und Rechenzentrumsgeschäft in einer bereits spätzyklischen Phase bleibt bestehen. Auch Aixtron, Siltronic und Süss Microtec geraten im MDAX unter Druck.
Versorger wie E.ON und RWE geben ebenfalls nach, während BASF nach einer angehobenen Prognose für das operative Ergebnis vor Sondereffekten zulegt. Deutsche Bank und Commerzbank zeigen sich robust und notieren im Plus.
Übernahmeofferte und Analystenvoten
Für Bewegung sorgt auch die inzwischen offiziell vorliegende Übernahmeofferte von Uber Technologies für Delivery Hero. Der Fahrdienstvermittler bietet 41,50 Euro je Aktie für den Essenslieferdienst. Die Delivery-Hero-Aktie notiert mit knapp 38,42 Euro aber weiterhin deutlich unter dem Angebotspreis — Marktbeobachter verweisen auf eine erwartete langwierige Prüfung durch die Wettbewerbsbehörden. Seit Jahresbeginn hat der Titel bereits rund 69 Prozent zugelegt.
Im MDAX sticht Schaeffler heraus: Die UBS strich ihr Verkaufsvotum und hob das Kursziel an, die Aktie legt spürbar zu. Knorr-Bremse profitiert von einer optimistischen Einschätzung von JPMorgan zu den Ende Juli anstehenden Quartalszahlen.
Charttechnisch bleibt die Zone um 25.000 Punkte die entscheidende Marke. Erst oberhalb von rund 25.225 bis 25.257 Punkten würde sich das kurzfristige Bild aufhellen, solange der Index unterhalb der wichtigen gleitenden Durchschnitte notiert. Nach unten hatte sich zuletzt im Bereich von 24.841 Punkten eine Unterstützung gezeigt — ob sie auch unter dem Eindruck der aktuellen Nahost-Eskalation hält, entscheidet sich in den kommenden Handelsstunden.
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